ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 12-13

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Alltags, Theorie des

Von Markus, Elena

Der Begriff des „Alltags“ scheint auf den ersten Blick selbstverständlich und selbsterklärend zu sein. Erst der zweite Blick verrät seinen uneinheitlichen Charakter. „Ganz selten wird ausgesprochen, was eigentlich als ‚Nicht-Alltag‘ begriffen wird. Der Gegner, mit dem man im Kampfe liegt, und gegen den ein Alltagsbegriff jeweils als Waffe eingesetzt wird, bleibt im Halbdunkel“  schrieb der Soziologe Norbert Elias im Jahr 1978. Das hauptsächliche gemeinsame Merkmal im Gebrauch des Begriffs, so Elias, liegt in der negativen Abgrenzung, „in dem, wovon sie [die Theoretiker des Alltags, E. K.] sich abwenden“ und nicht in den positiv formulierten Definitionen. Zwar gibt es den Alltag, solange es den Menschen gibt, jedoch ist die Idee des Alltags viel jünger. Der Beginn der Nutzung und Ausbreitung des Begriffs in seiner heutigen Bedeutung fällt erst in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Somit ist der Alltag ein Phänomen moderner Gesellschaften.

In seiner Promotionsschrift Theorie des Alltags aus dem Jahr 1983 stellt der Soziologe Gerd Prodoehl ein außerordentliches Interesse verschiedenster Disziplinen am „Alltag“ fest, von der Philosophie über die Geschichts- und Literaturwissenschaft bis zur Soziologie. ...

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