ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 58-61

ARCH+ 221

Diskurstheorie, Projekt: Koepel Panopticon Prison von OMA

Von Koolhaas, Rem /  Hartbaum, Verena

Der nie realisierte Umbau des panoptischen Gefängnisses von Arnhem durch OMA aus dem Jahr 1979 macht die Evolution des disziplinarischen Systems im Sinne Foucaults klar: Wurden die Insassen ursprünglich durch die Überwachung ihres räumlichen Aktionsradius in ihren Zellen isoliert und anonymisiert, habe sich nun die Eingliederung der Inhaftierten in soziale Praktiken als Kontrollmechanismus durchgesetzt, so OMA in der Projektbeschreibung. Für das Prinzip der Machtausübung sei die panoptische Architektur des Gefängnisses obsolet; die Wärter haben den zentralen Posten und die Gefangenen die Zelle verlassen. Das als allzeit kontrollierendes Auge konzipierte Zentrum sollte zur rege genutzten Kantine umfunktioniert werden.

Unter dem zynischen Slogan „revision is only possible where there was a vision“ schlägt OMA vor, die determinierende Architektur zu unterlaufen und anzupassen: ...

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!