ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 70-71

ARCH+ 221

Erkenntnistheorie

Von Keiling, Tobias

Erkenntnistheorie oder Epistemologie ist die Bezeichnung für denjenigen Teilbereich der theoretischen Philosophie, der sich mit der Möglichkeit, der Struktur und den Grenzen menschlichen Wissens (gr. epistéme) beschäftigt. Verschiedene Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:

Eine Theorie der Erkenntnis von (gesichertem, wissenschaftlichem) Wissen muss zunächst einmal klären, ob Wissen ein Phänomen sui generis und damit ein irreduzibler Begriff ist, oder ob sich Wissen analytisch auf andere Begriffe zurückführen lässt. Folgt man der bereits auf Platon zurückgehenden Standardanalyse propositionalen Wissens (Wissen, dass etwas der Fall ist), dann lässt sich dieses als gerechtfertigte, wahre Überzeugung bestimmen, zerfällt also in die Elemente der „Rechtfertigung“, der „Wahrheit“ und der „Überzeugung“. Jedes dieser Elemente ist für eine Theorie der Erkenntnis unverzichtbar. Dennoch ist die Standardanalyse fehlerhaft, denn es gibt Fälle, in denen eine wahre und gerechtfertigte Überzeugung vorliegt, wir aber intuitiv nicht sagen würden, es handele sich um Wissen. Dies wird als das sogenannte Gettier-Problem bezeichnet.

Doch nicht nur diese Problemfälle, auch die Vielzahl der unterschiedlichen Phänomene, die wir als „Wissen“ bezeichnen wollen, stehen einer Definition oder begrifflichen Analyse von Wissen im Wege. ...

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