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ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 82

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Guerillakrieges oder Strategie der Dritten Welt, Theorie des

Von Hartbaum, Verena

„Unser revolutionärer Krieg hat bewiesen, dass wir eine korrekte marxistische militärische Linie ebenso wie eine korrekte marxistische politische Linie brauchen. Fünfzehn Jahre Revolution und Krieg haben dies bewirkt. Wir glauben, dass von nun an in diesem Stadium des Krieges diese Theorien weiterentwickelt und unter Umständen ausgebaut und angereichert werden, so dass wir schließlich unser Ziel erreichen, den Feind der Nation zu besiegen. Die Geschichte lehrt uns, dass richtige politische und militärische Theorien nicht spontan in Erscheinung treten und sich entwickeln, sondern dass sie erkämpft werden müssen.“

Mit diesen Worten misst Mao Tse-tung in seinen militärischen Schriften der ausgehenden 1930er-Jahre der Theorie die Bedeutung eines Siegesversprechens, eines umkämpften Guts bei. Dass Theorie sich hier als die Grundvoraussetzung für den Kampf darstellt, lässt sich mit der außerordentlichen Rolle der bäuerlichen Landbevölkerung erklären, die als Partisanen und Sympathisanten am chinesischen Bürgerkrieg teilnahmen: Der Guerillakämpfer als irregulärer und dezentral operierender Verbündeter der Roten Armee war aufgrund der Größe des Landes und einer heute kaum vorstellbar schlechten Infrastruktur nur durch die Ausbildung seines politischen Bewusstseins – das heißt, nur durch die Theorie – zu beeinflussen und zu lenken. Mao konzipierte seine Theorien daher als „Akte der Kriegsführung selbst, Anweisungen, Richtlinien und Handreichungen für Mitarbeiter und Unterführer“. Seine Ideen erscheinen „einleuchtend und überzeugend, ja bis zur Gemeinplätzigkeit einfach und selbstverständlich gemacht“. ...

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