ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 83-84

ARCH+ 221

Heavy Metal, Theorie des

Von Scheller, Jörg

Eines der jüngsten Felder der Popforschung sind die Metal Studies. Nachdem HipHop abgefrühstückt war, mussten die Bourdieu- und Geertz-Zitate schnellstmöglich auf einen neuen Gegenstand appliziert werden. Bei der mittels Konferenzen mit klingenden Namen wie Metal Matters oder Hard Wired lancierten „Schwermetallogie“ handelt es sich, wenig verwunderlich, um keine einförmige Disziplin, was wiederum durchaus einförmigen Gepräges ist, da in Zeiten des frei flottierenden Trans-Präfixes einförmige Disziplinen zum Altmetall gehören: „To put it very simply, diversity sells.“

Die Metal Studies theoretisieren einen Gegenstand, der seinerseits auf basale Weise theoriebildend ist, setzt man nur an Stelle eines überkommenen, platonisch gefärbten Theorieverständnisses das zeitgemäßere von „reflection in action“ (Donald Schön) oder „tacit knowledge“ (Harry Collins). Als kulturkritischer Reflexionsmodus von Moderne und Postmoderne (siehe letzter Absatz) generiert Heavy Metal ein Modell jener Welt, auf die er sich bezieht. ...

 

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