ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 86-88

ARCH+ 221

Interface-Theorie

Von Meyer, Roland

Vier Bücher zum Thema:

John Harwood: The Interface: IBM and the Transformation of Corporate Design 1945–1976, Minneapolis / London: University of Minnesota Press, 2011

Alexander R. Galloway: The Interface Effect, Cambridge / Malden, Massachusetts: Polity, 2012

Branden Hookway: Interface, Cambridge, Massachusetts / London: MIT Press, 2014

Jason Farman: Mobile Interface Theory. Embodied Space and Locative Media, New York: Routledge, 2012

Die Geschichte des Interface beginnt mit einer, wenn nicht der elementaren architektonischen Operation: einer Grenzziehung und Abschirmung. In den 1950er-Jahren, als Computer sich noch als raumfüllende Rechenmaschinen mit Tausenden von Vakuumröhren, Transistoren und Kabeln präsentierten, machte sich bei IBM ein Designerteam unter der Leitung des Architekten Eliot Noyes daran, aus der zuvor vor allem militärisch genutzten Technologie ein vermarktbares Produkt für Wirtschaft und Verwaltung zu machen. Der entscheidende Schritt dahin, so schildert es der Architekturhistoriker John Harwood in seiner Studie The Interface (2011), gelang mit der Einführung des Prinzips von „parlor and coal-cellar“. Gemeint ist damit die räumliche Trennung der Bedienkonsole, an der alle Ein- und Ausgabeschnittstellen übersichtlich konzentriert wurden (der „Salon“), von der zentralen Recheneinheit, deren technisches Innenleben fortan dem Blick wie dem Zugriff des Operators verborgen blieb (der „Kohlenkeller“).

Das Interface entstand also an der Grenze der Sphären von Mensch und Maschine: ...

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!