ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 96-101

ARCH+ 221

Kritische Theorie

Von Wilhelm, Karin

In unseren Tagen über die Kritische Theorie der Frankfurter Schule zu schreiben, birgt gewisse Tücken. Immerhin wird ihr heute in der Fassung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno eher unter Kennern, also in überschaubaren Zirkeln, Beachtung geschenkt. Warum also sich ihr noch einmal zuwenden? Welchen Stellenwert hat sie heute noch?

Um diesen Fragen auf die Spur zu kommen, sei zunächst die Genese der Frankfurter Schule kurz rekapituliert: Die Ursprünge dessen, was Horkheimer und Adorno nach 1945 an der Frankfurter Universität unter dem Begriff der Kritischen Theorie erarbeitet haben, reichen in die Zwischenkriegszeit zurück, als Felix Weil  – Spross einer jüdischen Familie und Erbe eines Millionenvermögens – das Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main gründete. 1924 eingeweiht, widmete sich das Institut Fragen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften unter der politischen Perspektive der Transformation der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft; zunächst unter dem „Austromarxisten“ Carl Grünberg, dann ab 1931 unter dem gleichfalls jüdischen, aus einer Kaufmannsfamilie stammenden Max Horkheimer. Unter Horkheimer, seit 1930 auch Inhaber des Lehrstuhls für Sozialphilosophie, etablierte sich die Dominanz einer betont interdisziplinär ausgerichteten Soziologie. ...  

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