ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 104-105

ARCH+ 221

Marxistischen Architekturtheorie, Versuch einer

Von Markus, Elena

Marxismus hat wieder Konjunktur. Nicht nur als politische Gesellschaftslehre, die sich einmal mehr gegen den Spätkapitalismus in Stellung bringen lässt. Auch im Kontext der Kunst haben die Lehren Karl Marx’ heutzutage einen besonderen Stellenwert. So stand auf der von Okwui Enwezor kuratierten Kunstbiennale 2015 in Venedig, auf der die politische Lesart der Kunst dominierte, Marx’ Kapital im Mittelpunkt der Schau und wurde „wie ein Oratorium“, so Enwezor, vorgetragen.

Wenn allerdings Marxismus und Architektur zusammen betrachtet werden, so sollte die Auseinandersetzung dem marxistischen Handlungsimperativ folgend produktiver sein. Dies erwartet man auch von der 2001 in Wien erschienenen Publikation Von der Notwendigkeit der Architektur des österreichischen Architekten Ernst Plojhar (geboren 1920), die den vielversprechenden Untertitel Versuch einer marxistischen Theorie des Bauens trägt. In diese Erwartung mischt sich freilich leichtes Unbehagen, wenn man auf dem Umschlag Vera Muchinas Monumentalplastik Arbeiter und Kolchosbäuerin erblickt, die der ideologischen Krönung des sowjetischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung 1937 diente. ... 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!