ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 120-123

ARCH+ 221

Politische Theorie

Von Erben, Dietrich

Architektur ist politisch. Wenn man das Wort „Architekt“ in seine ursprünglichen griechischen Bestandteile zerlegt, so war der architecton derjenige, der „bauend herrscht“. Bauen ist politisches Handeln, und Architektur ist eine Angelegenheit der Politik. Zunächst einmal als wirtschaftlicher Faktor: War das Errichten von Gebäuden lange Zeit ein Handwerk, so hat es sich seit dem 19. Jahrhundert zur Bauindustrie und heute zu einem bedeutenden Teil des Marktgeschehens entwickelt. Als ökonomischer Sektor kann es Konjunkturen befördern, umgekehrt ist das Bauen aber auch stets von der Wirtschaftsentwicklung abhängig. Sodann dient Architektur als politisches Instrument zur Sicherung von Herrschaft, zur Herstellung gesellschaftlicher Sicherheit und zur Vorsorge.

Die Spanne reicht von vormodernen Befestigungsanlagen bis zu heutigen Infrastrukturbauten. Schließlich handelt es sich bei der Architektur seit jeher um ein Medium der politischen Repräsentation, sei es von Einzelnen, gesellschaftlichen Gruppen, politischen Institutionen oder vom Staat. ...

 

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