ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 129-132

ARCH+ 221

Praxis, Theorie der – oder: Von Nutzern und Lesern

Von Kamleithner, Christa

"Theorie“ hat eine Geschichte, wie Philipp Felsch in seinem neuen Buch Der lange Sommer der Theorie klar macht. Theorien gab es immer, die Begeisterung für Theorie hat jedoch ihre Konjunkturen. Um 1970 erreicht sie einen Höhepunkt, als aus der Mischung von Marxismus, Psychoanalyse und Strukturalismus ein Genre namens „Theorie“ entsteht, das schon bald ohne weitere Zusätze (wie etwa „kritisch“) auskommt. Ihren historischen Ort hat diese Begeisterung in den studentischen Lesegruppen, Kommunen und K-Gruppen, und damit ist die Geschichte der „Theorie“ auch die Geschichte einer spezi schen Praxis: des gemeinsamen Lesens nämlich.

Unterstützt wird diese Praxis von neuen Verlagen wie dem 1970 gegründeten Merve-Verlag, dessen kleine Formate es möglich machen, überall zu lesen: im Wohnkollektiv wie im Grünen, in Seminarpausen wie im Szenelokal, und eben diese Lesepraxis macht diese Form von Theorie aus, die kollektive theoretische Produktion sein will. ...

 

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