ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 135-139

ARCH+ 221

Raumes, Theorie des sozialen – oder: Die Konstruktion von Situationen

Von Kamleithner, Christa

Unter dem Begriff „Raum“ wurde immer schon Verschiedenes verstanden, mit dem spatial turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften habe er nun aber, so der Geograph Gerhard Hard, „den Status eines leeren Signifikanten fast erreicht.“ Und Hard findet noch schärfere Worte für die Raumkonzepte, die damit geläufig wurden, etwa jene von Martina Löw oder Ed Soja: Das Gemisch an Dingen und Menschen, das diese unter „Raum“ fassen würden, der zugleich materiell, mental und sozial sei, sei eine „Rumpelkammer“, ja ein „ontologischer Slum“. Damit würde, so Hard, alles, was die Geographie bisher erreicht habe, zunichte gemacht, denn die Geschichte der Geographie sei eine Klärung eben dieses Slums.

Mit Gemischen und Gemengen habe sie begonnen, mit der „altgeographischen“ Vorstellung von Kulturlandschaft als einer Ganzheit von Land und Leuten nämlich, aber seitdem habe sie aufgeräumt: mit geographischen Konzepten etwa, die den Raum als bloßen Distanzraum beschreiben, oder solchen, die sich auf Raumwahrnehmung konzentrieren. Alles zugleich beschreiben zu wollen, Natur, Kultur, menschliche Relationen, Dinge, Symbole und Wahrnehmungen sei ein Rückfall in die alten Konzepte oder, schlimmer, deren „Trivialisierung“. ... 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!