ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 155-157

ARCH+ 221

Stoffwechseltheorie

Von Gnehm, Michael

Die architektonische Stoffwechseltheorie ist tief im 19. Jahrhundert verwurzelt: Gottfried Semper führte das Wort „Stoffwechsel“ mit dem ersten Band seines Werks Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten (1860) in den Architekturdiskurs ein. Als Vorgang eines architektonischen Umwandlungsprozesses findet sich der Wechsel von einem Material auf andere seit Vitruv bezüglich des griechischen Steintempels und später des gotischen Spitzbogens im Zusammenhang mit den Anfängen der Architektur und deren Verhältnis zur Natur beschrieben, allerdings beschränkt auf das Verhältnis von Holz- und Steinarchitektur, mit Extrapolationen auf Eisenarchitektur im Verlauf des 19. Jahrhunderts.

Semper weitet mit dem Einbezug kunstgewerblicher Techniken des Textilen und der Keramik das Material- und damit das Bedeutungsspektrum aus, mit einer Wirkung, die auch der der Biologie entlehnten Metapher des Metabolismus geschuldet ist. ...

 

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