ARCH+ 221


Erschienen in ARCH+ 221,
Seite(n) 170-173

ARCH+ 221

Wohnens, Theorie des

Von Trüby, Stephan

Drei neuere Publikationen zum Thema:

Christopher Dell: Ware: Wohnen! – Politik. Ökonomie. Städtebau, Jovis Verlag, 2013

Niklas Maak: Wohnkomplex: Warum wir andere Häuser brauchen, Hanser Verlag, 2014

Space Caviar (Joseph Grima, Andrea Bagnato, Tamar Shafrir): SQM. The Quantified Home, Zürich: Lars Müller Publishers, 2014

Der Wohnungsbau gilt als Primus inter pares unter den architektonischen Aufgaben. Marcel Mauss etwa rechnete das Wohnen zu den „sozialen Totalphänomenen“, die in alle anderen Lebensbereiche hineinspielen. Auch Hans Teuteberg wies darauf hin, dass die Grenzen des Wohnens nur schwer zu definieren sind, „weil im Grunde fast alle Phänomene menschlichen Daseins hier eingehen und die Wohnung die große Welt da draußen noch einmal im Kleinen abspiegelt“2 . Und Martin Heidegger ging in seinem berühmtberüchtigten Vortrag „Bauen Wohnen Denken“ (1951) sogar so weit zu behaupten, dass jegliches Bauen – also auch der Bau von Brücken, Flughäfen, Stadien et cetera – das Wohnen zum Ziel habe. Wenngleich nur wenige Zeilen später die Kausalitäten wechseln – Heidegger war bekanntlich keineswegs der Meinung, wir würden bauen um zu wohnen, sondern, im Gegenteil, „wir bauen […] insofern wir wohnen“ –, so bleibt doch die  herausragende Bedeutung des Wohnens und des Wohnbaus für die Architektur evident.

Drei neuere Publikationen geben Einblicke in die Geschichte des Wohnens und thematisieren die Rückkehr der Wohnungsfrage — auch im Zeichen der digitalen Revolution. ...

 

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