ARCH+ 223

Kostenloser Download


Erschienen in ARCH+ 223,
Seite(n) 104-105

ARCH+ 223

III INFORMAL VS REGULATED

Von

Traditionally, cities function in the clear differentiation between public and private tasks. The security of daily life is based on the fact that the infrastructure for basic supplies is guaranteed by the municipality, or on its behalf, that the forms of urban coexistence are shaped by bureaucratic regulations and structured by administrative routines. But what is life like in the unplanned, unregulated, rapidly growing settlements on the peripheries of megacities, where there is no public responsibility for running water, electricity, sanitation or waste collection, where carrying out everyday tasks is hugely complex and mobility in the city becomes difficult due to a lack of proper roads and means of transportation? When there is no public support system for people in cases of illness or unemployment, and help can only be expected from people in similarly precarious circumstances?

In such situations, self-help and self-organisation become the main characteristics of a bottom-up urbanism, the creative potential of which, despite all idealisation, must not obscure the fact that it is born out of the brutal requirement to survive.

- - -

Städte funktionieren traditionellerweise in der klaren Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Aufgaben. Die Sicherheit des alltäglichen Lebens beruht darauf, dass die infrastrukturelle Grundversorgung durch die Kommune selbst oder in ihrem Auftrag gewährleistet wird, dass die Formen des städtischen Zusammenlebens von bürokratischen Regelungen geprägt und durch Verwaltungsroutinen strukturiert werden. Wie aber gestaltet sich das Leben in den ungeplanten, unkontrolliert wachsenden Siedlungen an den Rändern der Megacities, wo es keine öffentliche Zuständigkeit für fließendes Wasser, Stromversorgung, Kanalisation oder Müllentsorgung gibt, wenn alltägliche Verrichtungen ungeheuer aufwendig sind und es schwierig wird, sich mangels Straßen, Verkehrsmitteln und -anschlüssen in der Stadt fortzubewegen? Wenn kein öffentliches soziales Netz die Menschen im Falle von Krankheit und Arbeitslosigkeit unterstützt und Hilfe nur von Menschen in ähnlich prekären Verhältnissen zu erwarten ist?

In solchen Situationen wird Selbsthilfe und Selbstorganisation zum zentralen Merkmal eines Bottom-up Urbanismus, dessen schöpferisches Potential jenseits aller Idealisierung nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass er aus der brutalen Notwendigkeit des Überlebens hervorgegangen ist.

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!