ARCH+ 223


Erschienen in ARCH+ 223,
Seite(n) 142-143

ARCH+ 223

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Von Rau, Dominik

Those who can no longer afford the rent have to move – a result of gentrification: Neighborhoods are modernised, rebuilt and revalued, the resident population is displaced by a richer social stratum. Since a few years this process of gentrifcation can be found in Berlin. The capital pressure on inner-city areas is higher in Berlin than in any other German city.

The process often follows the same pattern. First students, artists and subcultural groups move into a certain quarter because of cheap rents. They raise the interest in the quarter and bring about a first upvaluation. The housing demand rises and investors wind chances for increased profit. First houses and apartments are restored, new clubs, restaurants and bars develop. The rents rise. The resident population, the students and artists, cannot afford the increased rents, and are being displaced. They move to different quarters. A new richer clientele sets different standards for living. Real Estate Companies discover the demand, further luxury renovations occur until the character of the quarter has fundamentally changed and the original socioeconomical structure is disposed of.

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Wer sich die Miete nicht mehr leisten kann, zieht weg – eine Folge von Gentrifizierung: Stadtviertel werden durch Sanierungen oder Umbauten aufgewertet, die dort ansässige Bevölkerung durch wohlhabendere Bevölkerungsschichten verdrängt, das Wohnungspreisniveau steigt. Seit einigen Jahren ist dieser Prozess auch in Berlin zu beobachten. Zurzeit ist der Druck des Kapitals auf die innenstadtnahen Flächen in Berlin so groß wie in keiner anderen deutschen Stadt.

Es ist ein Prozess, der häufig nach einem typischen Muster abläuft: Aufgrund der niedrigen Mieten wird ein Stadtteil für Studierende, Künstler, Subkulturen etc. attraktiv; sie machen das Viertel interessant und sorgen für eine erste Aufwertung. Die Wohnungsnachfrage steigt und Investoren sehen Chancen zur Wertsteigerung. Erste Häuser und Wohnungen werden restauriert, Szene-Clubs und Kneipen entstehen. Die Mieten steigen. Die ansässigen Bewohner, die Studierenden und Künstler, können sich die Mieterhöhungen nicht leisten und werden verdrängt. Sie siedeln in andere Stadtteile um. Eine neue wohlhabendere Klientel setzt andere Lebensstandards durch. Immobilienunternehmen entdecken das Interesse, es folgen weitere Luxussanierungen, bis der Charakter des Viertels sich grundlegend gewandelt hat und die ursprüngliche sozialökonomische Struktur beseitigt wurde.

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