ARCH+ 168


Erschienen in ARCH+ 168,
Seite(n) 71

ARCH+ 168

Zur Lage junger Architekten in China

Von Kögel, Eduard

Im Zuge der wirtschaftlichen Liberalisierung ist es seit 1999 in der Volksrepublik China wieder möglich, ein privatwirtschaftlich geführtes Architekturbüro zu eröffnen. Über Jahrzehnte lag die Planungskompetenz fest in der Hand der sechs staatlichen Design-Institute, die im Jahre 1952 nach dem Verbot selbständiger Architekturbüros als Planungskollektive gegründet wurden. Es sind jedoch hohe Hürden zu überwinden: Eine umfangreiche fachliche Prüfung und ein strenges Auswahlverfahren des Bauministeriums entscheiden über die Lizenzvergabe, die Voraussetzung ist für die Selbständigkeit. Für ganz China existieren bis heute lediglich ca. 500 Lizenzen. Geschichtliches Erbe Der Architekt spielte in der traditionellen Architektur Chinas eine untergeordnete Rolle. Architektur als Handwerk war geprägt durch mündliche und schriftliche Überlieferungen, wie die berühmten Bauhandbücher Bauregeln der Song-Zeit (Yingzhao Fashi) aus dem 11. Jahrhundert und die Bauvorschriften der Qing-Zeit (Gongcheng Zuofa Zeli) von 1734. Diese tradierten standardisierte Formen und Konstruktionsprinzipien für unterschiedlichste Gebäudetypen und fanden bis ins 19. Jahrhundert hinein Anwendung.
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