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ARCH+ 224


Erschienen in ARCH+ 224,
Seite(n) 118-127

ARCH+ 224

Legislating Release / Releasing Legislation

Von Kerez, Christian /  Brandlhuber, Arno /  Trüby, Stephan

Christian Kerez und Arno Brandlhuber im Gespräch mit Stephan Trüby

(Erster Teil des Gesprächs erschien in ARCH+ 225 Legislating Architecture)

Zwischenstück: Höhlen (b)

STEPHAN TRÜBY: Unser Gespräch kreist bisher um die Begriffe „Gesetz“ und „Freiheit“ beziehungsweise um Legislating Architecture und Release Architecture, wie die Titel der beiden ARCH+ Ausgaben lauten. Auf halbem Weg befinden wir uns beim Thema „Höhle“, die – um die Formulierung von Arno aufzugreifen – „vielleicht einen Raum der Freiheit, aber definitiv einen der Mühsal“ repräsentiert. Christian, im Rahmen der Architekturbiennale 2016 errichtest Du im Schweizer Pavillon eine Art Höhle. Welche Freiheiten nimmst Du Dir?

CHRISTIAN KEREZ: Wir bauen im Schweizer Pavillon einen Raum, der für viele eher einen organisch-pflanzlichen als einen geologisch-steinigen Charakter hat. Dieser Raum hat keinen illustrativen Charakter, er verweist nicht auf einen anderen Raum außerhalb der Ausstellung in Venedig. Er ist in diesem Sinne auch nicht belehrend oder propagandistisch. Er wirft grundlegende Fragen auf, ohne eine direkte Funktion zu besitzen. Was der Raum versucht, ist, gängige Muster aufzubrechen, wie man sich heute Architektur vorstellen oder bauen könnte. Er ist ein Experiment, an einem spezifischen Ort auf kurze Zeit angelegt.

ARNO BRANDLHUBER: Und wie passt das zu dem Motto, das der diesjährige Kurator Alejandro Aravena der Architekturbiennale voranstellt: Reporting from the Front?

CK: Von diesem Motto erfuhren wir erst nach der Festlegung unseres Projekts für den Schweizer Pavillon. Aber es passt doch ganz gut. Natürlich berichten wir im Schweizer Pavillon nicht aus krisengeschüttelten Gebieten, doch interessiert Aravena in seinen Ausführungen zum Titel der diesjährigen Biennale die Frage, welche neuen Perspektiven und Ausblicke sich aus aktuellen, neuartigen Problemstellungen ergeben, und dazu passt unser Beitrag maßgeschneidert. Wir verlegen die Front gewissermaßen direkt nach Venedig, damit sich jeder selbst ein Bild davon machen kann.

ST: In der Schweiz war die Höhle beziehungsweise ihr artifizielles Pendant, der Bunker, militärstrategisch gesehen schon immer die imaginäre Front.

: Ja – ...

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