ARCH+ 227


Erschienen in ARCH+ 227,
Seite(n) 76-87

ARCH+ 227

a21studĩo: Saigon House – Nhà Sài Gòn

Von a21studĩo /  Kaufmann, Katharina /  Ngo, Anh-Linh

a21studĩo stehen den architektonischen und städtebaulichen Entwicklungen in Vietnam kritisch gegenüber. Im anhaltenden Bauboom werden großteils seelenlose Neubauten hochgezogen. Um eine Alternative anzubieten, aktualisieren sie in ihrem Projekt Saigon House regionale Architekturtraditionen und die damit verbundene Lebenspraxis. Das Projekt nimmt Bezug auf die Typologie des traditionellen Stadthauses, das durch seine innere Hofstruktur eine introvertierte Lebenswelt für Großfamilien war und überführt es in eine zeitgemäße Form für die Vielfalt der Lebensbereiche einer Familie mit sieben Kindern und den Großeltern.

Das Haus befindet sich auf einem nur drei Meter breiten, aber fünfzehn Meter in die Tiefe des Blocks reichenden Grundstück an einer typischen Straße in Ho-Chi-Minh-Stadt. Auf den ersten Blick fällt es nicht als Neubau auf. Während das Erdgeschoss von Außen als geschlossener Betonsockel in Erscheinung tritt, wird die darüber anschließende Fassadenhülle, einschließlich des Daches von einem filigranen Metallgitter gebildet, das die Geschossanordnungen und Öffnungen kaschiert.

Dass das Gebäude den Eindruck erweckt, als wäre es schon immer dort gewesen, ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass nicht nur das Gitter, sondern auch andere Materialien wie Ziegeln, Fliesen und Holz von Abbruchhäusern stammen und wiederverwendet wurden.

 

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