ARCH+ 228


Erschienen in ARCH+ 228,
Seite(n) 90-91

ARCH+ 228

Einige Thesen über die Landwirtschaft von heute

Von Anders, Kenneth /  Fischer, Lars

Die Art und Weise, in der wir öffentlich über Sachverhalte sprechen, ist der Schlüssel zu ihrer politischen Lösung. Man kann zwar über Lobbyarbeit oder über politische Schachzüge versuchen, verschiedene Interessen durchzusetzen – wer allerdings ein dauerhaftes gesellschaftliches Arrangement anstrebt, auf das auch in schwierigen Zeiten Verlass ist, kommt um ein kontinuierliches Engagement in der gesellschaftlichen Kommunikation nicht herum. Das gilt auch für die Frage, ob es uns gelingt, die Landwirtschaft mit Hilfe einer klugen Agrarpolitik in die Regionalentwicklung einzubinden. Dabei spielt die diskursive Rahmung des Sprechens und Nachdenkens über Landwirtschaft eine wichtige Rolle.

In der öffentlichen Wahrnehmung dominieren in diesem Bereich die regelmäßig wiederkehrenden, von den Medien dankbar aufgegriffenen Lebensmittel- und Umweltskandale. Die flüchtige Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit für Fragen der landwirtschaftlichen Entwicklung und Wertschöpfung bietet keine guten Rahmenbedingungen für eine weitsichtige Agrarpolitik, ja, es werden vielmehr Kooperationen verhindert, Feindbilder geschürt und einfache Antworten auf sehr komplexe Verhältnisse gefördert.

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