ARCH+ 228


Erschienen in ARCH+ 228,
Seite(n) 100-101

ARCH+ 228

Landwirtschaft ist überall

Von Siebeck, Claudia

Unser Landschaftsraum unterliegt einer permanenten Transformation. Agrarpolitik und Globalisierung, Klimawandel und Energiewende sowie Demografie- und Wertewandel beeinflussen die Landschaft und ihre Nutzung stetig. Je nach Raumsituation, Lage und Bedingung sind partiell unterschiedliche Entwicklungen und Extreme zu beobachten, die sehr heterogene Bilder, Allianzen und Lebensstile hervorbringen.

So kaufen in peripher gelegenen Regionen Konzerne, Privatinvestoren oder Kapitalfonds Flächen als Spekulationsobjekte auf, auf denen mit Hilfe von Agrarrobotern und Drohnen zwischen großen Windparks weiträumige Weizenfelder bestellt werden (siehe Beitrag von Philipp Oswalt in dieser Ausgabe). Der technische Fortschritt und die EU-Agrar- und Energiepolitik allein bestimmen hier das Landschaftsbild. Die Kauf- und Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen steigen stetig an.

Im Kontrast dazu entstand in den letzten Jahrzehnten eine internationale Gegenbewegung, die unter dem Namen Slow Food firmiert und sich auf die Ideen der solidarischen Feldwirtschaft und die Werte der Postwachstumsgesellschaft besinnt. Deren Grundprinzipien liegen auf einem nachhaltigen Wirtschaften, Regionalität, kurzen Transportwegen, Mitbestimmung und einer persönlichen Produzenten-Konsumentenbeziehung. Die Folgen sind vor allem in Metropolregionen ablesbar.

 

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