ARCH+ 228


Erschienen in ARCH+ 228,
Seite(n) 132-136

ARCH+ 228

Extraktion – Das Rohstoff-Empire Kanada

Von Bélanger, Pierre

 „Die Kolonialmächte legen nicht nur Territorien fest, sie schaffen auch neue Imperien und treiben damit den Kreislauf von Machtausweitung und Herrschaft immer wieder aufs Neue an.“ – Susanne Zeller

Extraktion, also die Ausbeutung von Ressourcen, bestimmt unser Verständnis von Urbanisierung im 21. Jahrhundert auf ganz neue Weise. Wenn alles, was wir bauen, letztlich aus dem Boden kommt, dann ist Extraktion die Verfahrensweise, die unsere Vorstellungen von der urbanen Wirtschaft neu bestimmt. Von Gold bis Kies, von Kupfer bis Coltan, vom Eisen zum Uran, vom Pelz zum Wald – Ressourcen unterliegen heutzutage jedem einzelnen Aspekt des menschlichen Lebens. Ob in U-Bahn-Tunneln oder auf Vorstadtstraßen, in der Elektronikindustrie oder bei der Nutzung von Informationsmedien, beim Handeln an Börsen oder auf Rohstoffmärkten, man kann sich der geologischen Materialität des modernen Urbanismus nicht entziehen.

Doch woher kommt dieses Material? Aus wessen Boden entnommen? Nach wessen Gesetzen gewonnen? Wer verarbeitet es? Wie wird es transportiert? Für jeden Menschen auf dieser Erde sind dies grundlegende Fragen.

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