ARCH+ 228


Erschienen in ARCH+ 228,
Seite(n) 137-141

ARCH+ 228

Die Verantwortung der Raumordnung

Von Petrin, Julian

Die Dynamik des Stadtwachstums hat längst einstmals abgelegene und stagnierende Randbereiche erfasst. Während sich die Städte sozioökonomisch und damit auch als politische Gebilde stabilisieren, profitiert der ländlichperiphere Raum kaum von dieser Entwicklung und gerät doppelt in Bewegung: Ihm gehen die Menschen verloren und damit auch die Grundlage für das Weiterfunktionieren der politischen Strukturen. Wie verändert dieses Phänomen das politische Gebilde Stadtland?

Die Kontraktion des politischen Raums

Dass sich Räume und ihre politische Konstitution verändern, ist an sich nicht neu. Es ist das ureigenste Merkmal des Raums – verstanden als Arrangement aus sozialen und ökonomischen Beziehungen und physischen Strukturen –, in Bewegung zu sein. Zu allen Zeiten verlagerten sich Aktivitäten, Zentralitäten und mit ihnen Steuerungsmacht, mal ruckartig, mal in ruhigerem Fluss. Seit etwa 20 Jahren ist eine beschleunigte Rekonzentration von Aktivitäten, Strukturen und Macht zu beobachten – eine Entleerung der ländlich-peripheren Räume, der die Dynamik kleinerer „Schwarmstädte“ gegenüber steht. Kaum ein Bild hat dies so eindrücklich auf den Punkt gebracht wie das Szenario „Metrosachs“, das vor mehr als zehn Jahren im Rahmen des Forschungsprojekts Shrinking Cities entstanden ist.

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