ARCH+ 230


Erschienen in ARCH+ 230,
Seite(n) 20-31

ARCH+ 230

NEUBAU – Über die Königsberger Straße und den Aleppoer Weg

Von BeL Sozietät für Architektur

Deutschland ist heutzutage bekanntlich stark von Migration geprägt. In den Metropolregionen herrscht Wohnungsnot, andere, vor allem ländliche Regionen wiederum schrumpfen. Bis zum Jahr 2026 müssen, um den Bedarf zu befriedigen, vier Millionen Wohneinheiten gebaut werden, das sind 400.000 im Jahr. 50 Prozent von ihnen sollten bezahlbare und sozialgeförderte Wohnungen sein. Deutschland braucht also ein neues Wohnungsbau-Programm.

Das Projekt NEUBAU bietet hierfür eine Lösung an. Es entwickelt das für die IBA Hamburg realisierte Projekt „Grundbau und Siedler“ im großen Maßstab weiter. Die neuen Stadtviertel werden in Koproduktion errichtet, zwischen Selbstbestimmung und Planung entstehen vielfältige Räume der Gemeinschaft, der Produktion, des Gewerbes und des Privaten. Im Vordergrund steht die Suche nach einer Architektur, die Teilhabe ermöglicht.

Mit dem Projekt „Grundbau und Siedler“ auf der IBA Hamburg, 2006–13, über das ARCH+ in den Ausgaben 198/199 und 211/212 ausführlich berichtet hat, hat BeL Sozietät für Architektur gezeigt, dass Selbstbau im Geschosswohnungsbau möglich ist. Das Projekt erfüllt deutsche Energiestandards und bietet in fünf Geschossen zwölf gestapelte Parzellen in Eigentum und Miete zum Selbstausbau. Der leere Grundriss schreibt das Prinzip des Dom-ino Hauses von Le Corbusier aus dem Jahr 1914 fort.

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