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ARCH+ 231


Erschienen in ARCH+ 231,
Seite(n) 54-59

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Eigentum verpflichtet!

Von Vogel, Hans-Jochen /  Brandlhuber /  Roth, Christopher

 
Arno Brandlhuber: Herr Vogel, Sie haben sich in den 1970er-Jahren stark um eine Bodenrechtsreform bemüht.2 In diesem Zusammenhang spielte der Deutsche Städtetag 1971 in München eine wichtige Rolle, auf dem der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann in seinem Grußwort auch auf die Bodenfrage einging.3 Wie war der politische Kontext, in dem ein solcher Vorstoß möglich war? 
 
Hans-Jochen Vogel: Die Hauptversammlung des Deutschen Städtetags 1971 in München stand unter dem Motto „Rettet unsere Städte jetzt!“. Das ist mir stark in Erinnerung geblieben. Das Bodenpreis- und Bodenrechtsproblem spielte in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Insbesondere ging es um die Frage der Finanzierung der Kommunen, also auch um deren steuerliche Einnahmen. Bundespräsident Heinemann beschäftigte sich in seinem Grußwort hauptsächlich mit der Frage der Bodenpreise. Die Problematik war in München in eklatanter Weise sichtbar, schon zwischen 1950 und 1970 waren dort die Bodenpreise um 372 Prozent gestiegen.
Es gab infolgedessen schon damals erheb­liche Mietsteigerungen, obwohl seinerzeit der Anteil der Sozialwohnungen noch größer war als heute. Außerdem bedeutete der Anstieg, dass die Stadt zusätzliche Millionen für Grundstücke ausgeben musste, die für die notwendige öffentliche Infrastruktur gebraucht wurden. All diese Probleme hat Gustav Heinemann erkannt und in seinem Aufruf artikuliert. 
 
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