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ARCH+ 231


Erschienen in ARCH+ 231,
Seite(n) 70-77

ARCH+ 231

Eigentum ist ein Verb: Über ‚gesellschaftliches Eigentum‘ im ehemaligen Jugoslawien

Von Marić, Marija

Architektur existiert in der Welt als Eigentum. Darin  ist das Recht impliziert,  zu bauen, Zugang zu haben, auszuschließen, zu bean-spruchen, zu bewohnen, zu verlassen und abzureißen. Eigentum ist somit ein Verb. In ständiger Bewegung, reist es von Substantiv zu Substantiv, vom Grund und Boden zum Gebäude, von der Stadt  zur Region, vom Staat hinaus in die Welt und erzählt von Inbesitznahme, Privatisierung, Gentrifizierung. Und obwohl es sich bei der Eigentums-frage zweifelsohne um einen  der wichtigsten Aspekte der Architektur handelt, scheint es, als ob die Architekten keinen produktiven Zugang zu dieser Diskussion finden.

Bei meinen Recherchen über das sozialistische Jugoslawien stieß ich wiederholt auf  dieses Unvermögen.1 Ökonomen, Politologen und Juristen haben über die Besonder-heiten des jugoslawischen Sozialismus geschrieben.  Die Fakten sind bekannt. Doch wie lässt sich dieses Wissen in die Architektur übertragen? Wer hat die Kompetenz, über Eigentum zu sprechen?  Das Ringen unserer Profession um einen Diskussionsbeitrag zeigt, dass es sich hier  möglicherweise um eines jener heiklen Themen handelt, die uns zwingen, die Grenzen unserer Disziplin etwas weiter zu stecken und neue Wege  zu finden, Architekten zu sein. 

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