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ARCH+ 231


Erschienen in ARCH+ 231,
Seite(n) 132-141

ARCH+ 231

Eine revolutionäre Neuordnung der Hausarbeit

Von Hayden, Dolores

Eine verlorene feministische Tradition

Kochen, Kinderbetreuung und Putzen – Aufgaben, die häufig als ‚Frauenarbeit‘ angesehen werden und innerhalb des eigenen Haushalts unentgeltlich geleistet werden sollen – machten schon immer einen großen Teil der für die Gemeinschaft notwendigen Tätigkeiten aus. Aber weder die Industriegesellschaft noch die postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft haben bislang die Probleme gelöst, die diese genderspezifische Arbeitsteilung mit sich bringt. Und keine Gesellschaft konnte bisher die Probleme überwinden, die aufgrund des isolierten häuslichen Umfelds dieser Arbeit sowohl für die Hausfrauen als auch für diejenigen Frauen entstehen, die nach der Arbeit in der Fabrik oder im Büro ihren Zweitjob im Haushalt antreten. 

Mitte des 19. Jahrhunderts formierte sich in den USA erstmalig eine feministische Bewegung, die die Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft im Haushalt seitens der Männer als Haupthindernis für die Gleichstellung von Frauen identifizierte. Die Vertreterinnen dieser Bewegung forderten eine Vergütung für die unbezahlte Hausarbeit sowie die vollständige Neuorganisation der räumlichen Gestaltung und der materiellen Kultur in amerikanischen Wohnungen, Häusern, Nachbarschaften und Städten. Ich nenne sie ‚materielle Feministinnen‘, denn sie wagten es, „eine revolutionäre Neuordnung der Hausarbeit“ zu definieren, die auf die Veränderung der materiellen Verhältnisse für Frauen abzielte.

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