ARCH+ 231


Erschienen in ARCH+ 231,
Seite(n) 154-173

ARCH+ 231

Produktion, Reproduktion, Kooperation: Die Villa von der ‚negativen Utopie‘ zum Gemeinschaftshaus

Von Dogma /  Realism Working Group

Leben und Arbeiten
Mehr denn je lässt die Produktion heute jene Grenzlinien hinter sich, die seit der Moderne den häuslichen Bereich vom Arbeitsplatz trennten. Neue Produktionsformen ziehen in einem Maße die Überlagerung von Arbeit und Leben nach sich, dass sie nahezu ununterscheidbar werden. Dieser Umstand steht in direktem Widerspruch zur eigentlichen Zweckbestimmung des Häuslichen, das seit seiner Herausbildung im 18. Jahrhundert als ausgleichender Gegensatz zur Arbeitssphäre gedacht war. Walter Benjamin kommentiert die Entstehung des häuslichen Interieurs wie folgt: „Für den Privatmann tritt erstmals der Lebensraum in Gegensatz zu der Arbeitsstätte. Der erste konstituiert sich im Interieur. Das Kontor ist sein Komplement. Der Privatmann, der im Kontor der Realität Rechnung trägt, verlangt vom Interieur in seinen Illusionen unterhalten zu werden.“1 
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