ARCH+ 231


Erschienen in ARCH+ 231,
Seite(n) 186-189

ARCH+ 231

Crowdfinanzierte Stadtentwicklung – Städtische Wunschbilder als Vehikel neuer Finanzmärkte

Von Mörtenböck, Peter /  Mooshammer, Helge

Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die ersten großen Partizipationsprojekte in Architektur und Städtebau Form annahmen, galt das Augenmerk vor allem Fragen der Gestaltung und der Verteilung von Funktionen im Raum. Der umfangreiche Kommunikationsaufwand auf Seiten der Planerinnen und Planer blieb vielen bis heute als praktische Erfahrung in Erinnerung. Die digitale Revolution des 21. Jahrhunderts hat mit ihrer Fülle an neuen sozialen Interaktions-techniken nicht nur die Form von Bürgerbeteiligungen verändert – weg von aktionistisch behübschten Straßenständen und hin zur Erziehung zum smarten City-zen, dessen Bedürfnisse nicht über zwischenmenschliche Kontakte erfragt, sondern mittels umfassender Datenerhebungen erkannt und automatisiert befriedigt werden. Sie hat auch dazu geführt, alle Phasen der Raumproduktion aufzubrechen und für eine Vielzahl neuer Akteure zu öffnen. Dazu zählen insbesondere zwei grund-legende Schritte zu Beginn einer jeden Gestaltung: erstens die Initialisierung eines Projekts an sich – ‚die Idee zu haben‘, dass hier in dieser Stadt, mit diesem Ort etwas geschehen soll; und zweitens der darauffolgende und unverzichtbare Schritt, eine entsprechende Finanzierung aufstellen zu können.

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