ARCH+ 232


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 44-47

ARCH+ 232

Einer von vielen kommenden Atlanten …

Von Gruber, Stefan

Als Kind der 1970er-Jahre, das auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs aufwuchs, erlebte ich das politische Schlagwort „Es gibt keine Alternative“ als sich selbst erfüllende Prophezeiung. Mit dem Slogan „There is no alternative“ pries Margaret Thatcher die Marktwirtschaft als das einzig mögliche System an und erntete den davon abgeleiteten Spitznamen TINA. 1989 schien der Fall der Berliner Mauer dann das Ereignis zu sein, das jegliche Diskussion über politische Alternativen aussichtslos erscheinen ließ.

Von TINA zu TATA!

Derweil werden die Mängel des gegenwärtigen Systems immer deutlicher: Schwindende Ressourcen, immer kürzere Zyklen von Finanzkrisen und eine wachsende Polarisierung in der Politik sind Anlass, über Alternativen nachzudenken – Alternativen jenseits der Dualität von Kapitalismus und Sozialismus, von privatem oder öffentlichem Eigentum. Die Werte und Überzeugungen, die heute Triebfeder für Veränderungen sind, erweisen sich als so vielgestaltig wie die Akteur*innen des Wandels. Deren Unterschiede weisen in eine Zukunft, in der es nicht die eine Alternative gibt, sondern, wie Susan George es nannte, ein TATA!: „There are thousands of alternatives!“ (Es gibt Tausende von Alternativen). Vor allem aber nehmen diese Alternativen bereits Gestalt an. Der in Zusammenarbeit mit ARCH+ für die Tourneeausstellung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) entwickelte „Atlas of Commoning“ beschäftigt sich mit der möglichen Rolle und den Handlungsoptionen von Architektur, diese Alternativen mitzugestalten.

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