ARCH+ 232

Kostenloser Download


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 48-49

ARCH+ 232

EIGENTUM und ZUGANG

Von ARCH+

Der Kampf um Grund und Boden und der Zugang zu anderen lebensnotwendigen Ressourcen stehen seit jeher im Zentrum gesellschaftlicher Konfliktlinien. Wer Zugang zu Grund und Boden hat, steuert die Raumproduktion und übt damit Kontrolle über die gesellschaftliche Ordnung aus. Dennoch nehmen wir es als gegeben hin, dass nicht nur der Boden eingehegt, das heißt für das wirtschaftliche Gewinnstreben einzelner privatisiert wird, sondern auch immaterielle Ressourcen wie Wissen und zunehmend auch soziale Beziehungen. Zwar ermöglicht die Digitalisierung neue Formen des Teilens, allerdings stellt sich auch hier das Problem, dass Gemeingüter in der Sharing Economy sofort wieder kapitalisiert werden.

Ausgehend vom Konzept des Gemeinguts hinterfragt dieses Kapitel das Verständnis von Privateigentum und stellt neue Formen der Gemeinschaftlichkeit und des Teilens vor. Die Schaffung und Bewirtschaftung von Gemeingütern wird angesichts der zügellosen Kommodifizierung der städtischen Umwelt zu einer immer dringlicheren Problemstellung. Das Recht auf Wohnen und das Recht auf Stadt müssen immer wieder eingefordert und erkämpft werden. Bisweilen geschieht dies durch Besetzungen und temporäre Nutzungen. Allerdings müssen die durch Prozesse des Gemeinschaffens gewonnenen Ressourcen verteidigt und der Zugang dauerhaft gesichert werden. Welche Arten von Eigentumsstrukturen und welche Systeme des Teilens schaffen die Voraussetzung dafür, dass Ressourcen für Gemeinschaften zugänglich sind? Und kann der Zugang geregelt werden, ohne dass sich neue Ausgrenzungsmechanismen bilden?

 

Modelle:

01 Torre David: Daiki Ori, Luisa Pöpsel (TU Berlin), 2018

02 WiLMa19: Nicolas Herre, Rosanna Just, Jakob Köchert, Hans J. Walter (TU Berlin), 2018

03 Die Laube: Quest – Florian Köhl und Christian Burkhard, 2016

Alle Fotos: Simone Gilges © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!