ARCH+ 232


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 82-83

ARCH+ 232

Luchtsingel

Von ZUS (Zones Urbaines Sensibles)

In Crowdfunding-Projekten können Bürger*innen die Stadtentwicklung zunehmend selbst in die Hand nehmen. Die Vorhaben, die über soziale Netzwerke angestoßen werden, versprechen eine Demokratisierung der Planung und dienen oft dazu, den durch städtische Haushaltsdefizite und diskriminierende Wirtschaftsinvestitionen bedingten Verlust öffentlicher Infrastruktur zu kompensieren. Die Luchtsingel (Luftstraße) in Rotterdam, eine neue Fußgängerbrücke, die ein vernachlässigtes Stadtviertel mit dem Zentrum verbindet, wurde über Einzelspenden finanziert. 17.000 Holzplanken wurden für je 25 Euro verkauft. Im Gegenzug wurden die Namen, Wünsche oder Botschaften der Spender*innen in die Reling eingraviert. Crowdsourcing eröffnet so zwar einerseits Möglichkeiten zur Umsetzung von Ad-hoc-Architektur ohne Auftraggeber*innen, unterliegt aber andererseits den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie, bei der das Spektakuläre oft das Sinnvolle aussticht.

Einst ein lebendiger Ort im Herzen von Rotterdam, geriet das Viertel um den einstigen Bahnhof Hofplein zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Verfall. Angesichts der Tatenlosigkeit der Regierung nahmen die Bewohner*innen die Dinge selbst in die Hand und realisierten Rotterdams erstes mit Hilfe von Crowd-funding finanziertes öffentliches Infrastrukturprojekt.

 …

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!