ARCH+ 232


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 180-181

ARCH+ 232

La Maloca Tukano

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Malocas sind traditionelle Häuser der Tukano im Departamento del Vaupés im kolumbianischen Amazonasgebiet. In den oft runden Bauten leben mehrere Familien zusammen, sodass mit dem Bau jeder Maloca eine Gemeinschaft entsteht. In erster Linie dienen die großen Holzbauten zum Wohnen, bieten aber auch Raum für diverse, gleichzeitig stattfindende Nutzungen, etwa als Tempel, Arbeits- oder Begräbnisstätte. Diese spontane Überlagerung von produktiven und reproduktiven Prozessen steht in deutlichem Gegensatz zur modernen Logik der Trennung von Wohnen und Arbeiten. Durch die kreisförmige räumliche Organisation entstehen unterschiedliche Bereiche: Die Mitte ist Ritualen und gemeinschaftlichen Aktivitäten vorbehalten, die Randbereiche sind dagegen eher privat. Die Tukano-Gemeinschaften betrachten die Maloca als Mittelpunkt ihrer Welt. Dschungel, Fluss und Felder sind die übrigen Elemente dieses umfassenden räumlichen Systems, das mit symbolischer und metaphorischer Bedeutung aufgeladen ist. In der Architektur der Maloca wird der gesamte Kosmos der Tukano im Kleinen nachgebildet.

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