ARCH+ 232

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Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 184-185

ARCH+ 232

RECHT und SOLIDARITÄT

Von ARCH+

Alle Menschen sind gleich, unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, politischer Einstellung oder sexueller Orientierung. Dieser Gedanke liegt der Formulierung der Menschenrechte zugrunde. Trotz ihres Anspruchs auf Allgemeingültigkeit gelten diese Rechte noch immer nicht für alle. Ihre mangelhafte Durchsetzung ist einer der Gründe für die weltweiten Migrationsbewegungen, aber auch für Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Minderheiten im Alltag.

Vor diesem Hintergrund thematisiert das Kapitel Recht – Solidarität das Spannungsfeld zwischen der Durchsetzung rechtlicher Normen von oben und dem Aufbau von Solidaritätsnetzwerken von unten. Prozesse des Gemeinschaffens können jenseits von Staat und Markt neue Modelle der Governance erproben, um bestehende Rechte anzuwenden und neue zu formulieren. Aufbauend auf den Errungenschaften der sozialen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts, die ein „Recht auf Wohnen“ und ein „Recht auf Stadt“ formulierten, welche die Sicherung der Grundbedürfnisse und die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe einforderten, gilt es heute, ein „Recht auf Welt“ zu etablieren.

Denn die Territorialität des Rechts, die den Geltungsbereich von Rechten an die Idee der Souveränität des Nationalstaats bindet, stößt angesichts der fortschreitenden Globalisierung an ihre Grenzen. Wie können wir eine tatsächlich globale Politik jenseits territorialer Abgrenzungen neu denken? Wie kann aus Solidarität allgemeingültiges Recht entstehen?

 

Modelle:

01 Auroville: Alexander Grams, Nadine Reppert (TU Berlin), 2018

02 House of One: Martin Edelmann (ifa), 2018

03 Roofless: Aaron Barnstorf, Laura Lüttje (TU Berlin), 2018

Alle Fotos: Simone Gilges © ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

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