ARCH+ 232


Erschienen in ARCH+ 232,
Seite(n) 202-205

ARCH+ 232

House of One

Von Kuehn Malvezzi

Die Beziehungen zwischen den drei monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – sind häufig von Abgrenzung und Gewalt geprägt. Das zukunftsweisende House of One in Berlin-Mitte vereint vor diesem Hintergrund bewusst Kirche, Synagoge und Moschee unter einem Dach, um den interreligiösen Austausch zu fördern. Eine evangelische Kirchengemeinde, eine jüdische Gemeinde im Verbund mit einem Rabbinerseminar und eine muslimische Dialoginitiative haben gemeinsam das Projekt und die Finanzierung durch Spenden und Crowdfunding initiiert.

Der Bau steht auf den Fundamenten der im Krieg beschädigten und in den 1960er-Jahren abgerissenen Petrikirche. Der Haupteingang führt in einen zentralen, rituell neutralen Kuppelraum, der als Verteiler dient: Von hier aus erreicht man die drei Gebetsräume, die archäologische Ausstellung im Untergeschoss und die Loggia im Turm. Das House of One steht praktisch und symbolisch für die Hoffnung, dass die friedliche Koexistenz der drei Weltreligionen möglich ist, wenn der Aushandlungsprozess als gemeinschaftsstiftendes Element im Alltag praktiziert wird.

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