ARCH+ 233

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Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 30-31

ARCH+ 233

NORMIERTES ENTWERFEN

Von Enders, Kilian

Architektur hatte immer schon imperiale Machtansprüche zu markieren und musste in diesem Rahmen einer gewissen Produktivität genügen. Die Entwicklung übertragbarer Entwurfsmethoden ist also mit dem Ziel 
verbunden, kulturell einheitliche Räume zu schaffen und die Produktionsmenge von Gebäuden zu erhöhen. Im Zuge der allgemeinen Rationalisierungsbestrebungen der Aufklärung entwickelte Jean-Nicolas-Louis Durand rasterbasierte Entwurfs­bausteine, die sich je nach Gebäudefunktion unterschiedlich kombinieren ließen und eine gute, den Ansprüchen des neuen Staats­wesens genügende Architektur sicherstellen sollten. Ende der 1920er-Jahre zeigte Ernst Neufert mit seinem „Schnell Entwerfen“ die Vorzüge der Maßkoordination auf. Heute können Entwerfer*innen auf digitalisierte Bauteilbibliotheken und Normenwerke zurückgreifen, um den Entwurfsprozess zu beschleu­nigen. Das Standar­disieren von Entwurfsmethoden führte im Gleichschritt zur zu­nehmenden Normung von Planungsabläufen und Rationalisierung der Arbeitsweise von sich professionalisierenden Architekturbüros. Zugleich vollzog sich auch eine Normierung des Berufstands und seiner Ausbildung. 
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