ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 68-71

ARCH+ 233

Expertensysteme – Vom regelbasierten Entwerfen zur „Neuen Agenda“ des CAAD

Von Kühn, Christian

Ab Mitte der 1980er-Jahre – mit Einführung des leicht bedienbaren und erschwinglichen personal computer – begann der Einsatz von CAD-Systemen in der Architekturpraxis zur Regel zu werden. Auch wenn der PC für die meisten Anwender*innen damals nicht mehr als ein digitales Zeichenwerkzeug war, verbreitete sich schon damals eine diffuse Erwartung, dass die Digitalisierung tiefergehende Einflüsse auf die Praxis haben würde. Zumindest im akademischen Diskurs war diese Erwartung oft mit dem Begriff der „Expertensysteme“ verbunden, der damals in der Informatik generell Furore machte. Man hoffte, starre Formen der Standardisierung, etwa in Form von Regelwerken, durch dynamischere ersetzen zu können. Diese sollten auf komplexen Systemen von Fakten und Regeln basieren, die aus dem Wissen von einzelnen oder mehreren Expert*innen extrahiert und durch kontinuierliches Selbstlernen der Systeme immer weiter verbessert werden könnten. Inzwischen ist der Begriff des „Expertensystems“ zwar weitgehend aus der Diskussion verschwunden, als Untermenge des viel umfassenderen Begriffs der künstlichen Intelligenz erlebt das Thema heute allerdings eine beachtliche Renaissance.

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