ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 92-97

ARCH+ 233

Vom WikiHouse zu Planx / The Gantry

Von Architecture 00 /  Open Systems Lab /  Hawkins\Brown

Die Demokratisierung des Bauens durch Open Source – das war die Idee von James Arthur, Beatrice Galilee sowie Nick Ierodiaconou und Alastair Parvin vom Londoner Büro Architecture 00, als sie 2011 gemeinsam die WikiHouse Foundation gründeten. In einer digitalen Bibliothek stellen sie kostenlos Baupläne mitsamt Bauanleitungen zur Verfügung, der Holzbausatz wird im lokalen FabLab mit der CNC-Fräse zugeschnitten, und der Rohbau ohne große handwerkliche Vorkenntnisse selbst zusammengesetzt. Dafür entwickelten sie ein Klemm- und Stecksystem, das ohne metallische Verbindungen und große Holzquerschnitte auskommt. Das gesamte Tragwerk mit Aussteifung kann so aus circa 18 Millimeter dicken Holzwerkstoffplatten gefertigt werden. Das größte Potential zur Individualisierung des eigenen WikiHouse besteht in der Fassadenverkleidung und dem -Innenausbau. Mit CAD-Kenntnissen lässt sich die Kubatur des WikiHouse-Prototypen auch modifizieren und für die Community wieder in die Bibliothek hochladen.

Bis heute wurden weltweit mehrere hundert WikiHouses realisiert, allerdings handelt es sich bei den Bauten in der Regel um Prototypen für Demonstrationszwecke, und in der WikiHouse-Bibliothek ist bislang nur der Ursprungstyp „Microhouse“ vertreten. Das mag unter anderem an der schwierigen Rechtslage liegen, da sich neu hochgeladene Entwürfe an einem Ort problemlos umsetzen lassen, während sie anderswo zuerst von Baubehörden abgenommen werden müssen. Dieses Problem versucht die WikiHouse Foundation, die seit Mai 2018 unter dem Namen Open Systems Lab operiert, durch die Entwicklung zweier parametrischer Tools auf der planerischen und architektonischen Ebene zu lösen.

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