ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 110-111

ARCH+ 233

Digitalisierung und Normierung

Von Menges, Achim

Digitale Technologien durchdringen immer weitere Teile des Entwerfens, Planens und Bauens. Eine differenzierte Betrachtung dieser sich seit mehr als sechs Dekaden vollziehenden Entwicklung würde hier den Rahmen sprengen, aber ich möchte zumindest einen erstaunlichen Aspekt herausarbeiten: Der sich vollziehende Prozess wird in unserer Disziplin nicht gestaltet, und seine Aufnahme war und ist ambivalent. Sie schwankte, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, von der großen Hoffnung, gerade der technophilen Linken, auf eine fundamentale Erneuerung ­verkrusteter Planungsansätze durch digitale Methoden in den 1970er-Jahren, über die in gleichem Maße mit Euphorie und Abscheu rezipierte Erweiterung des ­architektonischen Formenkanons durch digitale Modellierungstechniken in den 1990er- und 2000er-Jahren bis hin zum schleichenden, häufig indifferenten Einzug der CAD-Nutzung in annähernd alle Architekturbüros. Heute, im Zuge der zunehmenden Verbreitung von BIM, wird die Digitalisierung oftmals als eine Form der Normierung wahrgenommen. Wie kommt es zu dieser Einschätzung? Und warum sollte sie uns zu denken geben?

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