ARCH+ 233

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Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 116-117

ARCH+ 233

NORMIERTE BAUELEMENTE

Von Enders, Kilian /  Oswalt, Philipp

Seit jeher unterliegen Bauelemente einer gewissen Normung. Während sich frühe Maßsysteme nur auf einzelne Bereiche oder prestigeträchtige Bauaufgaben wie etwa Kathedralen bezogen, schuf die Einführung universeller Maßsysteme seit dem 18. Jahrhundert die Basis für umfassende Standardisierung. Die Oktametrische Maßordnung normierte die Baubranche ab Ende des 19. Jahrhunderts von der Materialherstellung bis zu Gebäudemaßen. Doch die Vision einer form- und raumbestimmenden Maßkoordination von Ernst Neufert bis zu den Modulbausystemen der 1970er-Jahre konnte sich in der Praxis nicht durchsetzen, auch wenn die Normierung inzwischen alle Bereiche der Baubranche tief durchdrungen hat. Formbestimmend ist allein das Lichtraumprofil der Transportwege, welches sich in die Abmessung der Überseecontainer eingeschrieben hat. Heute wird serielles Bauen wieder politisch forciert, um vor allem Wohnraum schnell und günstig zu errichten. Ob dieses Ziel auf diesem Weg erreicht werden kann, erscheint vor dem Hintergrund von bald hundert Jahren Erfahrung mit vorgefertigten Modulbauweisen und den mit ihn verbundenen Schwierigkeiten fraglich. 

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