ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 124-133

ARCH+ 233

Das genormte Büro – Standardisierung und die Union Carbide Headquarters (1960)

Von Jung, Hyun-Tae

In den 1950er-Jahren fand das amerikanische Architektur- und Ingenieurbüro Skidmore, Owings, and Merrill (SOM) weltweit Anerkennung für seine Bürohochhäuser, die formal und räumlich das jeweilige unternehmerische Selbstverständnis verkörperten. SOM revolutionierte die Büroraumgestaltung und erntete dafür große Begeisterung in der Öffentlichkeit, bei Unternehmern und in der Architektenschaft. Einige der Bauwerke avancierten mit ihren Vorhangfassaden aus Glas und Metall und eleganten Entwürfen nicht nur zu Wahrzeichen der jeweiligen Unter­nehmen, sondern gelten als Ikonen der amerikanischen Nachkriegsarchitektur schlechthin. Dies gilt insbesondere für das Lever House (1952), die Manufacturers Hanover Trust Company Bank (1954), die Connecticut General Life Insurance Company Headquarters (1957), das Inland Steel Building (1958), die Union Carbide Corporation Headquarters (1960) und die One Chase Manhattan Headquarters (1961).

Während die einzelnen Gebäude sehr gut dokumentiert sind, gibt es nur wenige Untersuchungen darüber, wie SOM das moderne Bürogebäude und dessen Innenraum technisch und räumlich planten und weiterentwickelten. Ausschlaggebend dafür waren die Aktivitäten des Büros vor und während des Zweiten Weltkriegs. 1939 begann das noch wenig bekannte Planungsbüro SOM die Zusammenarbeit mit der John B. Pierce Foundation, einer etablierten Organisation im Bereich der Wohnungsbau- und Medizinforschung. Dadurch bekamen die Architekten Zugang zu unterschiedlichen, ihnen bislang unbekannten Forschungsfeldern: Ergonomie sowie Psychologie und Physiologie im häuslichen Umfeld.

...

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!