ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 134-141

ARCH+ 233

Automatisierung im Bauen und Siedlerkolonialismus

Von Shvartzberg Carrió, Manuel

Anfang der 1960er-Jahre entwarfen die Architekten Donald Wexler und Richard Harrison in Zusammenarbeit mit den Unternehmen US Steel und Rheem Manufacturing, zwei der größten Unternehmen des Landes, eine Siedlung aus vorgefertigten Wohnhäusern in Stahlbauweise für Palm Springs, Kalifornien. Die Entwürfe sollten tatsächlich realisiert und auf dem Markt verkauft werden, dienten jedoch zugleich als experimentelle Prototypen für eine normierte und automatisierte Bauweise und Montage. Die Kosten konnten so weit gesenkt werden, dass sie zumindest für die Mittelschicht eine potentielle privatwirtschaftliche Lösung für das Wohnungsproblem des Landes bieten konnten.

Die Geschichte von Palm Springs hat Ausnahmecharakter, ist jedoch auf eine gewisse Art und Weise typisch für die Vereinigten Staaten als Ganzes. Die Stadt war in einem Reservat der Agua Caliente, einer Untergruppe der indigenen Cahuilla Gemeinschaft errichtet worden. Dies führte zu einem ungewöhnlichen Muster schachbrettartiger Eigentumsverhältnisse, das sich aus dem Zusammentreffen des Reservats mit dem Bau der transkontinentalen ­Eisenbahnverbindung Southern Pacific Railroad durch das ­Coachella-Tal ergab.

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