ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 160-163

ARCH+ 233

Wohnregal

Von FAR frohn&rojas

Die Wohnungsnot in Berlin hat Gegenden, in die vorher niemand ziehen wollte, in den letzten Jahren zu begehrten Quartieren gemacht. Auch im Norden der Stadt werden die letzten Baulücken geschlossen. Der erste realisierte Entwurf des Büros FAR in Berlin besetzt eine Bombenlücke in der Emdener Straße, welche im Zentrum Moabits nördlich der Turmstraße gelegen ist. Das sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshaus setzt dem stilistisch heterogenen Umfeld, einem stark aufgelockerten Berliner Block, der von Nachkriegs-Zeilenbauten und auch Industriebauwerken des nördlich angrenzenden Güterbahnhofs und Westhafens geprägt ist, eine radikal reduzierte Struktur aus Betonfertigteilen entgegen, wie sie üblicherweise für Gewerbehallen verwendet wird.

Eine markante Rohbauästhetik, die vorgesetzten Rasterfassaden nach Osten und Westen sowie großzügige Grundrisse – all diese Merkmale nehmen Bezug auf unterschiedliche Strukturen Moabits. FAR gehen jedoch nicht nur stilistisch auf den Kiez ein, sondern versuchen mithilfe des gewählten Konstruktionsprinzips auch das Sozialgefüge zu erhalten: Prämisse für den Entwurf waren minimierte Kosten für den Rohbau, um bezahlbare Mietwohnungen und Wohnateliers realisieren zu können.

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