ARCH+ 234


Erschienen in ARCH+ 234,
Seite(n) 216-232

ARCH+ 234

ARCH+ features: Floating University

Von Pouzenc, Joanne /  Foerster-Baldenius, Benjamin /  Hiller, Christian /  Nehmer, Alexandra /  Ngo, Anh-Linh /  raumlabor_berlin

Neben der berühmten Werkstattstruktur und dem außergewöhnlichen Curriculum war auch das Alltagsleben ein wichtiger Bestandteil des päda­gogischen Konzepts des historischen Bauhauses. projekt bauhaus und der Lehrstuhl für Architekturtheorie am Karlsruher Institut für Technologie griffen diese Ansätze bei der Organisation der gemeinsamen Werkstatt / Summer School Datatopia auf, die vom 30. August bis 2. September 2018 in der Floating University von raumlabor in Berlin stattfand. Das multidisziplinäre Konferenzprogramm mit Workshops, Präsentationen, Performances, gemeinsamen Mahlzeiten und Feiern war somit eine Hommage an die komplexen Lehr- und Lernstrukturen des Bauhauses. Die Ergebnisse der Werkstatt und der Summer School sind in die Ausgabe ARCH+ 234: Datatopia eingeflossen.

„Eine Universität ist ein Raum außerhalb des normalen Lebens. Schweben und sich treiben lassen – genau dies macht eine Universität aus“, so Mark Wigley, Architekturprofessor an der New Yorker Columbia University. „Ich mag diese Floating University, da sie sich nicht steuern lässt.“ Tatsächlich scheint die Floating University wie aus einer anderen Architekturwelt im Regenwasserrückhaltebecken des ehemaligen Tempelhofer Flugfeldes gelandet zu sein. Das Architekturkollektiv raumlabor hat einen nur von wenigen gekannten Ort in der Stadt, der, versteckt hinter einer Schrebergartensiedlung, sowohl Natur als auch Infrastruktur ist, zu einer temporären Institution erweckt. Konstruktionen aus Baugerüsten, Holzplattformen und aufblasbaren Kuppeln schufen von Mai bis September 2018 eine Architektur, von der, durch die, mit der und in der Menschen lernen konnten.

Die offene Gestaltung des Raums ohne strenge Nutzungsvorgaben lässt Modifikationen und Umbauten zu und ermöglicht so die Aneignung durch die Nutzer*innen. Mehr als 20 externe akademische Institutionen trugen zu dem dichten, unkonventionellen, wissenschaftlichen Programm mit unterschiedlichen Lehrformaten wie Workshops, Performances, Exkursionen und Diskussionen bei.

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