ARCH+ 235


Erschienen in ARCH+ 235,
Seite(n) 112-113

ARCH+ 235

Segreteria Nazionale der Lega, Mailand

Von IGmA

Bei den italienischen Parlamentswahlen 2018 konnte die populistische und europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung 32,68 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen, während die rechtsradikale Lega 17,35 Prozent verbuchen konnte. Es folgt ein Regierungsbündnis unter dem parteilosen Giuseppe Conte als Ministerpräsident, mit Luigi di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung als Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Matteo Salvini von der Lega als Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident. Salvinis markiges Auftreten erzeugt nicht nur im Ausland den Eindruck, dass er der eigentliche Ministerpräsident Italiens sei – entsprechend gewinnt die Partei, die vor den Wahlen noch als Lega Nord für die Unabhängigkeit Norditaliens eingetreten ist, immer breiteren Zuspruch, auch vieler Süditaliener*innen. Die Entwicklung der Lega von einer separatistischen zu einer nationalistischen Partei zeichnet sich auch an ihrer Zentrale ab, die in der nördlichen Peripherie Mailands am Rande des Arbeiterviertels Affori in einem alten Industrieareal liegt. Mit dem gewachsenen räumlichen Anspruch der Partei geht eine Nachverdichtung des Areals einher, das von betont unrepräsentativen Werkhallen und Verwaltungstrakten bestimmt ist. Die „Segreteria Nazionale“ (italienisch für Parteizentrale) präsentiert sich janusköpfig und kommuniziert auf unterschiedliche Weise mit der Außenwelt. Eine Seite ist von einer Grenzmauer geprägt, die immer wieder mit Slogans und politischen Symbolen bemalt wird: mit der Alpensonne oder mit Porträts Alberto da Giussanos. Über allem thronen die Sendemasten von Radio Padania Libera.

 
 
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