ARCH+ 235

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Erschienen in ARCH+ 235,
Seite(n) 160-167

ARCH+ 235

Altstadt-Opium fürs Volk

Von Trüby, Stephan

Der Streit um die Neue Frankfurter Altstadt zeigt wie im Brennglas, auf welche Auseinander­setzungen Wissenschaft und Jour­nalismus in politisch polarisierten Zeiten zusteuern. Eine Sammelreplik

Es gehörte zu den Zumutungen des Hitzesommers 2018, dass sich in der Neuen Frankfurter Altstadt zwischen Fachwerk und Fußbodenheizung, zwischen Fenstersprossen und Fettabscheider auch ein Wespennest eingerichtet hat: ein Nest frei flottierender Zornigkeiten über unbequeme Wahrheiten in Sachen „Architektur und Politik“. Seit dem 8. April 2018, seitdem mein Artikel „Wir haben das Haus am rechten Fleck“1 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) erschienen ist, fliegen sie wie wild umher, die Protestnoten und Hatemails gegen das offengelegte Faktum, dass die erste parlamentarische Initiative für das später „DomRömer-Projekt“ genannte Vorhaben zur Rekonstruktion zentraler Teile der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt von Akteur*innen aus dem rechtsradikalen Milieu gestartet wurde. Was als scheinbar „wütende wie alberne Debatte“2 (Niklas Maak) begann, hat sich mittlerweile zu einer Konfrontation mit internationalem Echo entwickelt. Bemerkenswert ist dabei, dass sich die zeitgenössische Architektur in dem Moment, in dem sie sich ihrem größten Gegenwind seit den 1970er-Jahren gegenübersieht („Würfelhusten“), auch ihrer seit Jahrzehnten größten diskursiven Relevanz erfreut. Der zeitgenössischen Architektur geht es in Deutschland also so schlecht und so gut wie schon lange nicht mehr. Sie wird – als eine die Felder von Technik, Kunst, Politik und Ökonomie synthetisierende Bautätigkeit – massivst angefeindet von signifikanten Bevölkerungskreisen. Und gleichzeitig setzt sie als forschende, theoretisierende Metadisziplin Debattenakzente, die, denkt man etwa an Forensic Architecture, weit in benachbarte und auch entlegenere Gefilde wie etwa Politik- und Geschichtswissenschaften, Soziologie, Humangeografie oder Philosophie hinein gehört und diskutiert werden. So weit, so ambivalent.

Die Debatte, die erstmalig kurz vor der Entfernung der Bauzäune am 9. Mai 2018 heiß lief und mit dem dreitägigen Eröffnungsfest zwischen dem 28. und 30. September 2018 keineswegs endete, hätte kaum zu einem passenderen Moment kommen können: Wie in einem Zerrspiegel erscheinen in der Neuen Frankfurter Altstadt aktuelle ­(geschichts-)politische Verwerfungen. Diese entlang eines vereinfachten Rechts-links-Schemas zu verorten, würde freilich zu kurz greifen. Sowenig wie es eine „rechte“ oder „linke“ Architektur gibt, so wenig gibt es auch eine „faschistische“ oder „demokratische“.3 Ein schneller Vergleich beispielsweise der modernen Architektur in Italien und Deutschland der 1920er-Jahre führt plastisch vor Augen, dass sich an die optisch ähnlichen Bauwerke und Projekte eines Hannes Meyer oder Giuseppe Terragni kommunistisch-internationalistische ebenso wie faschis­tische Ideologien anhaften können. Ähnliches gilt im Grunde auch für alle anderen Architekturstile. Gleichzeitig gibt es in der Architektur – neben allen Schattierungen dazwischen – natürlich auch linke oder rechte Akteur*innen. Um letztere ging es im Frankfurter Altstadtstreit viel mehr als um die Gebäude selbst. Kurzum: Es ging mehr um Fleisch als um Stein.4

Die in meinem Artikel in der FAS erzählte politische Geburt der Neuen Frankfurter Altstadt aus dem Geiste rechter und rechtsradikaler Ideologie führte zur ersten großen Architekturdebatte in Deutschland, die sich unter den Shitstorm-Bedingungen sozialer Medien vollzog. Aus dem Streit können drei Erkenntnisse gewonnen werden – zwei überraschende und eine erwartbare –, die weit über die Grenzen der Architekturwelt hinaus von Interesse sind.

 

Rekonstruktionsarchitektur als Schlüsselmedium der Rechten

Erwartbar war die Bestätigung der – teils durchaus skeptisch aufgenommenen – Grundthese des Textes: „Die Rekonstruktionsarchitektur entwickelt sich in Deutschland derzeit zu einem Schlüsselmedium der autoritären, völkischen, geschichtsrevisionistischen Rechten.“5 Damit wird wohlgemerkt nicht gesagt, dass hinter jedem Rekonstruktionsprojekt rechtes Gedankengut stecken würde – eine solche Behauptung wäre geradezu absurd. Vielmehr wird auf eine unbestreitbare Tatsache hingewiesen: Wenn Rechte in Deutschland über Architektur reden, dann vor allem über Rekonstruktionen.6 In Frankfurt war es bekanntlich der Rechtsradikale Wolfgang Hübner, der im September 2005 jenen vom ebenfalls rechtsradikalen Claus Wolfschlag formulierten Antrag Nr. 1988 der Freien Wähler BFF (Bürgerbündnis für Frankfurt) einreichte, welcher zur Blaupause dessen wurde, was 2006 von der schwarz-grünen Koalition auf den parlamentarischen Weg gebracht und 2018 von einem SPD-Bürgermeister als Neue Altstadt eingeweiht wurde. Hübner, der eine Vergangenheit im linksradikalen Milieu hat, später dann zeitweilig Mitglied der AfD war und nach wie vor als Parteigänger Björn Höckes auftritt, wandte sich am Tag nach Veröffentlichung von „Wir haben das Haus am rechten Fleck“ auf dem rechten Blog pi-news – Politically Incorrect gegen mich, indem er mich zum Vertreter einer „aus dem verbreiteten ‚Schuldkult‘ resultierenden ‚Sühnearchitektur‘“ erklärt, die „viele deutsche Städte mit Betonbrutalismus und Traditions­verachtung verschandelt“ hätten.7 Daraufhin erhielt ich Hunderte von Kommentaren und Hassbotschaften mit teils justiziablem Inhalt inklusive Todesdrohungen. Ins selbe Horn wie Hübner stieß der AfD-­Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des hessischen Landes­verbandes der Jungen Alternative für Deutschland, Jan Nolte – er beschäftigt einen möglichen Komplizen des terrorverdächtigen Bundes­­wehr­­soldaten Franco A. als Mitarbeiter8 –, als er am 24. April 2018 auf Facebook schrieb: „Wir wollen, dass die Menschen sich ihrer historischen Wurzeln bewusst werden und dass sie es gerne tun. Dass sie mit Freude auf die eigene Vergangenheit zurückschauen und daraus Kraft schöpfen, anstatt mit gesenktem Kopf durch trostlose Innenstädte zu schlurfen, wie es ein Prof. Trüby als angemessene Sühne für den Holocaust bevorzugt.“9

Unter den rechten Medien, die sich mit besonders viel Verve auf das Thema Rekonstruktion stürzen, muss neben der Jungen Freiheit, die eigens einen über 26-minütigen (!) Film über die Altstadt-Debatte mit Gastaufritten von Hübner, Wolfschlag und anderen drehte,10 die 2017 erstmalig erschienene Zeitschrift Cato genannt werden. Sie wurde vom rechten Göttinger Gymnasiallehrer und Publizisten Karlheinz Weißmann ins Leben gerufen; die Redaktion wird vom langjährigen Junge-Freiheit-Autor Andreas Lombard geleitet. Die feintuerisch daherkommende Zeitschrift, die sich in kulturhistorischer Planlosigkeit (oder auch in perfider Fake-News-Bereitschaft) im Untertitel „Magazin für neue Sachlichkeit“ nennt, betreibt eine systematische Verunsachlichung des kulturellen Diskurses insgesamt und des Architekturdiskurses im Besonderen: In Ausgabe 1 durfte etwa der britische Schwulenhasser11, Feminismus-Kritiker und Connaisseur „schöner Architektur“ Roger Scruton einen übellaunigen „Abgesang auf die narzisstische Exzentrik der Moderne“ publizieren; in Ausgabe 2 folgte eine Begehung der Humboldt-Forum-Baustelle mit Wilhelm von Boddien, dem Geschäftsführer des Fördervereins für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses; in Ausgabe 3 betrieb der luxemburgische Architekt Léon Krier unter dem Titel „Berufen oder arbeitslos“ entschlossen Geniekult in eigener Sache – und durfte dazu eine rassistische Zeichnung aus eigener Fertigung veröffentlichen, die „modernistischen Pluralismus“ als quasi „entartet“ diffamiert und „traditionellen Pluralismus“ als „Rasse­reinheit“ feiert. In Ausgabe 5/2018 sind gleich zwei Artikel der Neuen Altstadt gewidmet: Neben Lombard durfte erneut Léon Krier an die Tasten – und schließt mit den Worten: „Statt diejenigen anzuklagen, die all das initiiert haben, wäre es vielleicht an der Zeit, dass sich die selbstherrlichen Experten kollektiv für die gängige menschenverachtende Hässlichkeit, Trostlosigkeit und Brutalität ihrer Werke entschuldigten, für die ganz allein sie verantwortlich sind. Oder dass sie, wenn das zuviel verlangt ist, zumindest schweigen – statt die moralische Keule zu schwingen.“12

Das unter der Flagge der „Schönheit“ segelnde Milieu von Rechten und Rechtsradikalen nutzt für seine politischen Zwecke seit geraumer Zeit scheinbar unpolitische Stadtbild- und Altstadtvereine, in denen sich zwar in der übergroßen Mehrzahl unbedenkliche Bürger*innen engagieren, welchen allerdings vorzuwerfen ist, dass sie ohne nennenswerte Gegenwehr politisch bedenkliche Akteur*innen gewähren lassen. So sucht Stadtbild-Deutschland-Vorstandsmitglied Harald Streck (bis April 2018 auch Bundesvorsitzender) als Unterzeichner der von Andreas Lombard, Karlheinz Weißmann und anderen Rechten initiierten „Erklärung 2018“ die Nähe rechter Milieus. Und bei der vom Pro Altstadt e. V. organisierten Tagung Altstadt 2.0. Städte brauchen Schönheit & Seele, die am 8. und 9. September 2018 im Historischen Museum auf dem Frankfurter Römerberg stattfand, musste man sich bei Wolfgang Hübner anmelden. Zu den gefeierten Rednern der Tagung gehörte auch Claus Wolfschlag; obwohl er – wahrscheinlich auf Druck der Stadt als Museums­träger – gar nicht auf dem Programmzettel stand. Stargast war der frenetisch bejubelte Léon Krier, der vor Jahren einmal einen Prachtband über Albert Speer als Architekten verfasste, in dem der NS-Rüstungsminister und später bei den Nürnberger Prozessen verurteilte Kriegsverbrecher, der Speer eben auch und vor allem war, nicht thematisiert wurde. Krier solidarisierte sich in Frankfurt mit dem antisemitischen Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen13 und präsentierte eine selbstgezeichnete Karikatur, in der eine Tempelsäule am Galgen hängt; darunter steht geschrieben: „Nürnberger Architektur-Prozesse“. Der Architekt des historisierenden Neubaus des Berliner Hotels Adlon, Jürgen Patzschke, wird mit den Worten zitiert: „Wir müssen auf den Kriegspfad gehen!“14 Die taz resümiert in ihrem Tagungsbericht: „Die Rechten und Rechtsextremen haben ihre neue Kampfzone gefunden: die Städte und ihre Traditionen.“15

 

Architekturjournalismus zwischen Altstadtverstehertum und Altstadt-PR

Während die Schlüsselmediums-These erwartungsgemäß bestätigt wurde, kam es im Bereich der architekturkritischen Begleitung der Debatte zu einer handfesten Überraschung. Wo man bei Architekturkritiker­*innen überregionaler Medien eine mehr oder weniger geschlossene Skepsis gegenüber Rekonstruktionsprojekten und eine grundsätzliche Parteinahme für die Möglichkeiten zeitgenössischer Architektur erwartete, trat gepflegtes Altstadtverstehertum auf den Plan, das sich an einer Hoffnung auf Ansteckung wärmte. So lobte Hanno Rauterberg in der ZEIT die Neue Altstadt als eine „Stadt der kurzen, der verkehr­s­armen Wege“ – und forderte unter dem Slogan „Altstadt für alle!“ einen „Städtebau, der sozial und künstlerisch denkt“.16 Amber Sayah bejubelte in der Stuttgarter Zeitung gar ein „Wunder von Frankfurt“ und ersehnt wie Rauterberg ähnliche Experimente im Bereich der Herstellung von „urbaner Dichte“ mit vergleichbar „hoher Material- und Ausführungsqualität“, „ohne dass dabei immer historische Kulissen nachgebaut werden müssen“.17 Gemein ist derlei Stadtraum- und Handwerklichkeits-Elogen, dass sie nicht einmal andeuten, wie in gegebenen politischen beziehungsweise ökonomischen Realitäten das präferierte hochwertige Stück Stadt umgesetzt werden könnte. Es ist bezeichnend, dass diese Realitäten nur in einer, der einzigen dezidiert kritischen Besprechung in Frage gestellt werden. Niklas Maak zerriss das neue Altstadt-Idyll in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung förmlich in der Luft, indem er schlüssig darlegte, dass es sich bei dem vielgelobten Stadtteil de facto um ein „sozial desinfiziertes Bild“ einer mit öffentlichen Geldern teilsubventionierten Luxuswohnanlage handelt, deren etwaigen Vorzüge man nur mit einer dringend notwendigen Bodenrechtsreform verallgemeinern kann: „Hier muss eine neue Architekturdebatte ansetzen: Wem gehört der Grund; wer entscheidet, was gebaut wird, wie steuert man in einem Augenblick, in dem offenbar wird, dass die Stadt, wenn man sie den reinen Kräften des Markts überlässt, sich selbst als Zivilisationsmodell abschafft, ihre Entwicklung, ohne in lähmende Planwirtschaft zu verfallen? Bei diesen Fragen geht es um Machtstrukturen, nicht um Bilder.“18

Noch altstadtversteherischer als Rauterberg und Sayah präsentierte sich in der Süddeutschen Zeitung Gerhard Matzig, der meine Offenlegung der politischen Urszene der Neuen Frankfurter Altstadt selbst zu einem Skandal zu machen versuchte. Matzig, der einem breiteren Publikum durch Anti-Wutbürger-Traktate wie Einfach nur dagegen und Schriften wie Meine Frau will einen Garten bekannt wurde (und 2018 mit dem Preis für Architekturkritik des Bund Deutscher Architekten ausgezeichnet wurde), sieht in der Neuen Altstadt kaum mehr als ein längst überfälliges „Bewahren oder Wiederherstellen tradierter Stadtstrukturen“ gegen die „Hoppla-jetzt-komm-ich-Irrtümer“ der Nachkriegszeit – und mutierte angesichts der Altstadt-Debatte selbst zum Wutentbrannten. In kalkulierter Verdrehung von Argumenten wandte er sich gegen die in „Wir haben das Haus am rechten Fleck“ gar nicht betriebene Verortung von gebauten Artefakten in einem Rechts-links-Spektrum, um schlussendlich komplett zu überdrehen mit folgender Passage: „Es ist verrückt: Wenn man das Bewahren oder Wiederherstellen tradierter Stadtstrukturen richtig findet, ist man plötzlich im Verdacht, dem Faschismus nahezustehen. Wenn man aber die Zeitgenossenschaft im Bauen und auch die Veränderung als das akzeptiert, was sie sind, notwendige Teile einer auch stadträumlichen Evolution, die immer schon ein Miteinander und Austarieren von Bewahren und Verändern, von Anpassen und Weiterentwickeln war, dann ist man offenbar ebenso kriminell.“ Nichts davon wurde von mir insinuiert. Matzigs eskalierende Lektüre endet mit der Bemerkung: „Schon das Links-rechts-Denken im politischen Raum ist Unsinn.“19 Da bleibt nur noch, dem Architekturkritiker die Lektüre der eigenen Zeitung zu empfehlen.

Die intellektuelle Tristesse der meisten überregionalen architekturkritischen Reaktionen auf die Neue Frankfurter Altstadt, die in der Mehrzahl zwischen Wünsch-Dir-was-Kulinarik und entpolitisierter ­Geschmacksbelletristik changierten, wurde nur von der Altstadt-PR altgedienter Vor-Ort-Berichterstatter übertroffen, deren Arbeit man vielleicht am besten als embedded journalism bezeichnen sollte: Die Rede ist von Dankwart Guratzsch, Architekturkritiker der Welt, und Matthias ­Alexander, dem Ressortleiter des Regionalteils der FAZ, beide wohnhaft in Frankfurt. Sowohl Guratzsch als auch Alexander sind pikanterweise nebenberufliche Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst, dessen Leiter Christoph Mäckler Vorsitzender des Gestaltungsbeirates des DomRömer-Areals ist. ­Alexander tat sich in der Debatte nicht nur als vehementer Verteidiger der Neuen Altstadt hervor (und damit auch als FAZ-interner Kritiker von Niklas Maaks Architekturkritik im Feuilleton des Blattes), sondern auch als derjenige, der Wolfgang Hübner erstaunlicherweise als einziger explizit verteidigte, und zwar als „einen sehr gebildeten und rhetorisch gewandten Stadtverordneten mit einem Hang zum Populismus“20. Mehr noch: Hübner vertrete nur Positionen, die „wenige Jahrzehnte zuvor noch CDU-Mainstream gewesen“ wären. Die Rede ist wohlgemerkt von einem Kommunalpolitiker, der in der „Causa Özil“ – dem Rücktritt des Fußballspielers aus der deutschen Nationalmannschaft in Folge einer in Teilen rassistisch geführten Debatte um dessen Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdoğan – einen „Sieg all der Kräfte in Deutschland“ vollzogen sieht, „die sich nicht länger der Entnationalisierung und Entwurzelung der globalistischen Profiteure und ihrer Medienpropagandisten beugen wollen“21. In vergleichbaren Untiefen schippert auch Guratzsch, wenn er etwa auf der Frankfurter Tagung Altstadt 2.0 als Redner auftritt. Im April veröffentlichte Guratzsch in der Welt ein Pamphlet, in dem er mir in desinformierender Absicht vorwirft, das Frankfurter Rekonstruktionsprojekt „als proto-, prä- oder post­faschistisch“ entlarven zu wollen. Der Titel des Pamphlets – „Ist Fachwerk faschistisch?“22 – war vom rechtspopulistischen Publizisten Roland Tichy inspiriert, der mir wenige Tage zuvor in Tichys Einblick unter dem Titel „Jagd auf Rechte – Jetzt sind die Fachwerkhäuser dran!“ absurderweise unterstellt hatte, ich wolle Fachwerkhäuser dem Erdboden gleichmachen.23 Dabei taucht das Wort „Fachwerk“ in meinem FAS-Artikel nicht einmal auf. Guratzschs Text wurde zur Initialzündung einer Social-Media-Hass-Kampagne aus dem Umfeld der rechtsradikalen Identitären Bewegung, bei der mit dem Hashtag #Fachwerk unter anderem gegen „linke Abschaumjournalisten“ gehetzt wurde. Dass ­Guratzsch wie Alexander wiederholt so meinungsstark für die Neue Altstadt in den Ring steigen, obwohl sie sich in einem Rollenkonflikt befinden, den sie in ihrer journalistischen Arbeit nicht offenlegen, wirft einen Schatten der Korrumpiertheit auf beide.

 

Wissenschaft zwischen Altstadtkritik und Softcore-Revisionismus

Um zur dritten Erkenntnis zu kommen: Ausnahmen bestätigen die ­Regel, aber die Wissenschaft reagierte (und reagiert) im Großen und Ganzen weitaus kritischer auf die Neue Altstadt als die professionelle Architektur­kritik in den überregionalen Medien, wie man an der langen Liste europäischer Hochschullehrer*innen sehen kann, die den Offenen Brief der ARCH+ „Wider den modernefeindlichen Architekturpopulismus“ unterzeichneten. Sie positionierten sich damit auch gegen Hübner, Tichy und Guratzsch – und schlugen einen „Rekonstruktions-Watch“ vor: „Urbane Gesellschaften, die sich erfreulicherweise für attraktive Innenstädte einsetzen, sollten sich künftig genauer darüber informieren, mit wem sie gemeinsame (Stadtbild-)Politik betreiben.“24 Woraufhin Welt-­Chefredakteur Ulf Poschardt am 4. Mai 2018 auf Seite 1 seinen Architektur­kritiker in Schutz nahm. Unter der Headline „Fachwerk ist antifaschistisch“ kommentierte er: „Aktuell im Fadenkreuz: unser hervorragender, denkmalschutzsensibler Architekturkritiker Dankwart Guratzsch, der es wagte, den mauen Essay eines Prof. Dr. Trüby über die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt zu dekonstruieren – so, wie das auch Architekturhelden wie Frank Gehry oder Alfred Brandlhuber gerne machen.“25 Dass Alfred eigentlich Arno Brandlhuber heißt, kann im Eifer des Gefechts schon mal passieren, dass er aber den teils prominenten Wissenschafter*innen unter den Unterzeichner*innen unterstellt, sie hätten „den feinen Text“ Guratzschs nicht gelesen, sollte als das bezeichnet werden, was es ist: ein Trash-Konservatismus, der sich in anti-intellektuellen Ressentiments gegen „Professoren und Richtung Lehrstuhl strebenden Opportunisten“ übt. Dietmar Steiner, der ehemalige Direktor des Architekturzentrum Wien und Präsident des Weltverbandes der Architekturmuseen, ordnete die Poschardt-Intervention in gebotener Subtilität mit dem Wort „Trottelkommentar“ ein.26

Zu den Unterzeichner*innen des ARCH+-Briefes gehört auch Philipp Oswalt, Professor für Architekturtheorie und Entwerfen an der Universität Kassel. Er hat in einem verdienstreichen Merkur-Artikel, der in der ZEIT nachgedruckt wurde, meine ideologisch-politisch getragene Altstadtkritik um eine ebenso wichtige ökonomische ergänzt.27 So wies Oswalt nach, dass die in der Neuen Altstadt entstandenen Ein- und Zweifamilienhäuser mit Gesamtkosten von etwa 15.000 Euro je Quadratmeter inklusive Grundstückskosten und Erschließung in das Luxussegment des Wohnungsmarkts fallen, dass jedoch die gut­betuchten Käufer*innen für ihre Immobilien nur 5.000 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter tragen mussten: „die Stadt schoss aus Steuergeldern etwa 9.000 Euro pro Quadratmeter zu.“28 Und das in einer Stadt, in der bereits 2016 23.000 Wohnungen fehlten und bis 2030 ein Bedarf an weiteren 60.000 Wohnungen hinzukommen wird.29 Den journalistischen Altstadtversteher*innen, die naiverweise auf einen positiven Abstrahlungseffekt der Neuen Altstadt auf das restliche Baugeschehen hoffen, hält er entgegen: „Niemand hat vor, diese nach dem Muster der Altstadt für 15.000 Euro pro Quadratmeter zu errichten. Symbolische Ersatzhandlungen sind nicht alltagstauglich.“30 Dem ist nur zuzustimmen. Dennoch muss gesagt werden, dass die ökonomisch gemünzte Kritik an der Neuen Altstadt, die von Oswalt betrieben wird, in ihrer Scheu vor Ideologiekritik ins Leere zu laufen droht. Das dürfte spätestens bei der Tagung Altstadt 2.0 deutlich geworden sein. Dort wurde das offensichtliche Skandalon einer finanziellen Unterstützung von wohlhabenden Immobilienkäufer*innen mithilfe von Steuermittel von Cornelia Bensinger, der Ersten Vorsitzenden des Pro Altstadt e. V., mit folgendem Hinweis abgewimmelt: „Das müssen Sie verstehen: die Lage, die Hochwertigkeit der Ausführung!“. Um gleich noch die Hoffnung nachzulegen, dass sich in der Neuen Altstadt eine möglichst „homogene Besiedlung“ vollziehen möge.31 Die ökonomische Ungleichheit ist bei rechten Ideologien stets in „ethnischer Ungleichheit“ miteingepreist.

Zum unfreiwilligen Helfer dieser Ideologien macht sich der Softcore-Revisionismus, wie er vom Architekturhistoriker Wolfgang Voigt am 22. August 2018 in der ZEIT mit dem Aufsatz „‚Hier muss Hass heilig werden‘“ veröffentlicht wurde. Voigt, ehemals Stellvertretender Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, wirft mir darin vor, „unwillkommen[e] Geschichte“32 auszublenden, indem er darauf hinweist, dass es Bestrebungen gab, die Ruinen der ausgebombten Frankfurter Altstadt als Mahnmale zu erhalten. Diese Tatsache ist seit langem bekannt; Klaus von Beyme beispielsweise hat derlei Vorhaben in seinem 1987 erschienenen Buch Der Wiederaufbau zusammengestellt.33 Dabei geht es fast ausschließlich um Überlegungen aus der frühen Nachkriegszeit, die kaum Resonanz gefunden haben. Dass Voigt dies nun auf einen NS-Appell aus dem Mai 1944, das Goethehaus als Mahnmal der Verbrechen der Feinde nicht wieder aufzubauen, reduziert, verzerrt die Diskussionen und Hintergründe vollständig. Für Historiker*innen gilt auch weiterhin, dass unhistorisch arbeitet, wer die Ausnahme zur Regel erhebt. Voigts geradezu manieriert wirkende Suche nach einem politisch korrekten Anfang der von ihm verteidigten Altstadtrekonstruktion stellt nur die Verlängerung seiner wissenschaftlichen Arbeit etwa zu Paul Schmitthenner dar, dessen Werk er 2003 gemeinsam mit Hartmut Frank im Deutschen Architekturmuseum eine umstrittene Ausstellung mit einem ebenso umstrittenen Katalog widmete. In einer seinerzeit Aufsehen erregenden Rezension, die 2011 in der italienischen Zeitschrift Casabella veröffentlicht wurde, und die in diesem Heft erstmals auf Deutsch erscheint, wirft Winfried Nerdinger, damaliger Professor für Architekturgeschichte der Technischen Universität München und heutiger Leiter des Münchner NS-Dokumentationszentrums, Frank und Voigt vor, sie versuchten „einen der Vorkämpfer nationalsozialistischer Architektur und Ideologie zu rehabilitieren“, und zwar mit „Ent­las­tungs­versuch[en]“, die als „grotesk“ und „ungeheuerlich“ zu bezeichnen sind.34 Nerdinger: „Wenn Architekturhistoriker derartig Partei für alte Nazis ergreifen, dann ist es nicht verwunderlich, wenn die Darstellung der deutschen Architekturgeschichte korrumpiert wird.“35 Von Franks und Voigts Schmitthenner-Whitewashing zu Voigts These, die Frankfurter Altstadt-Rekonstruktion sei eine Art antifaschistischer Widerstand, ist es dann nur noch ein weiterer verdrehter Schritt. Es war keine Überraschung, dass der Softcore-Revisionismus von Voigt bei Hardcore-Revisionisten wie Wolfgang Hübner auf fruchtbaren Boden fiel: Hübner feierte Voigts ZEIT-Artikel auf pi-news als wichtige Recherche und ultimativen Beweis dafür, dass „Nazis gegen Rekonstruktion“ seien.36

 

Renaissance der Ideologie im Sinne einer Bewusstmachung von Ideologie

Der Streit um die Neue Frankfurter Altstadt zeigt wie im Brennglas auf, auf welche künftige Auseinandersetzungen Wissenschaft und Journalismus in politisch polarisierten Zeiten zusteuern: Einer eher kritischen Wissenschaftssphäre, die die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen von Architektur zu benennen versteht, steht eine in weiten Teilen unkritisch gewordene Architekturkritik gegenüber, die allen Ernstes den Eindruck vermitteln will, das Modell „Neue Frankfurter Altstadt“ ließe sich in denselben zentralen Lagen, mit denselben stadträumlichen und handwerklichen Qualitäten mit etwas gutem Willen verallgemeinern. Ist es den knapper gewordenen Budgets im (Print-)Journalismus und der Sorge um schrumpfende Leserschaften geschuldet, dass in so vielen Qualitätsmedien so wenig Investigationsbereitschaft an den Tag gelegt, so viel Altstadt-Opium fürs Volk verabreicht wird?

Der Frankfurter Altstadtstreit zeigt auch, dass ein zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Wort zurück auf die Tagesordnung (nicht nur) architektonischer Debatten kommen sollte: die Ideologie. Denn der ­revisionistischen Architektur-Ideologisierung der Neuen Rechten, die mit Camouflage-Slogans wie „Schönheit“, „Heimat“, „Tradition“, „Identität“ oder „Seele“ hantiert, ist nur mit einer emanzipatorischen Gegen-­Ideologisierung beizukommen, mit der entweder diese Begriffe ­zurückerkämpft oder verlockende Alternativen angeboten werden. Beides dürfte nicht einfach werden. Zumal die neoliberalisierten Zeitläufe die scheinbare Ideologielosigkeit zur ultimativen Ideologie erhoben haben. Dass mitten in Frankfurt ein geförderter Wohnungsbau für Bestverdienende entstehen konnte, ist der vielleicht schlagendste Beweis für das geschmeidige Funktionieren dieser im Habitus der Ideologie­losigkeit daherkommenden Super-Ideologie.

Doch es gibt erste Anzeichen für eine Renaissance der Ideologie im Sinne einer Bewusstmachung von Ideologie. Arno Brandlhuber hat kürzlich „die vielleicht verständliche Angst gerade der Deutschen, sich dem Thema der Ideologie anzunähern und sie geradezu auszuklammern aus dem eigenen Tun“ zu einer „zentrale[n] Schwachstelle der architektonischen Produktion in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg“ erklärt.37 In einem Interview forderte er: „Architektur muss […] ideologischer werden.“38 Dem kann ich mich nur anschließen. Eine ideologisch bewusster gewordene Architektur würde ihre politisch-­ökonomischen Ziele präziser formulieren – gemeinsam mit den politischen Vertreter*innen oder auch in Antithese zu ihnen. Der Kritik käme die Rolle zu, im Bewusstsein einer ideologischen Verfasstheit alles Gebauten zu werten und dabei ein Mindestmaß an Distanz und Kritik­bereitschaft zu wahren. Und der Theorie käme zum einen die Rolle zu, sich von der Ideologie zu emanzipieren, indem sie ihren eigenen ideologischen Charakter dialektisch verarbeitet.39 Zum anderen müsste sie das Paradoxon aller gebauten Umwelt ausformulieren: dass Architektur und Städtebau immer politisch sind und zugleich die politischen Bedeutungen der architektonischen Form immer volatil sind.

 

1    Stephan Trüby: „Wir haben das Haus am rechten Fleck“, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 8.4.2018. Der veröffentlichte Text ist die Kurzfassung einer Langversion, die vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Auftrag gegeben wurde als kritischer Beitrag für den von Philipp Sturm und Peter Cachola Schmal herausgegebenen Ausstellungskatalog Die immer neue Altstadt – Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900, Frankfurt a. M./Berlin 2018, S. 312–16

2    Niklas Maak: „Dom, offene Stadt. Zeigt Frankfurts neue Altstadt Lösungen für die Probleme unserer Städte – oder ist sie selbst eins? Über einen neuen Architekturstreit“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.5.2018, www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/der-streit-um-frankfurts-neue-altstadt-15585497.html?premium (Stand: 21.9.2018)

3    Vgl. Stephan Trüby: „Positioning Architecture (Theory)“, in: e-flux, 8.12.2017, www.e-flux.com/architecture/history-theory/159235/positioning-architecture-theory (Stand: 21.9.2018)

4    Vgl. Richard Sennett: Fleisch und Stein – Der Körper und die Stadt in der westlichen Zivilisation, Berlin 1995

5    Trüby 2018 (wie Anm. 1)

6    Wer dies anzweifelt, möge selbst bei rechten Medienplattformen und entsprechenden Social-Media-Kanälen nachrecherchieren.

7    Wolfgang Hübner: „Neue Altstadt in Frankfurt – Sind schönere Städte ‚rechts­radikal‘? Zum Denunziationsversuch eines Modernisten“, in: pi-news / Politically Incorrect, 9.4.2018, www.pi-news-net/2018/04/neue-altstadt-in-frankfurt-sind-schoenere-staedte-rechtsradikal (Stand: 21.9.2018)

8    Vgl. Kai Biermann, Astrid Geisler, Tilman Steffen: „Terrorverdächtiger arbeitet für AfD-Bundestagsabgeordneten“, in: DIE ZEIT, 19.4.2018, www.zeit.de/politik/deutschland/­­2018-04/franco-a-afd-bundestag-jan-nolte (Stand: 8.1.2019)

9    Jan Nolte: „Heimat eine Form geben – Die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt ist ein Segen für die Menschen in der Main-Metropole“, Facebook-Post vom 24.4.2018, www.facebook.com/Jannolteafd/photos/a.802157289894883/1472076799569592/?type=1&theater (Stand: 21.9.2018)

10  Titel der Produktion: Alt statt neu – dem Wahren Schönen Guten! Vgl. www.jungefreiheit.de/kultur/2018/alt-statt-neu-dem-wahren-schoenen-guten (Stand: 21.9.2018)

11  So hatte Scruton beispielsweise 2007 in einem in der Zeitung The Telegraph erschienenen Essay Homosexualität fürunnormal erklärt und sich gegen Adoptionsrechte für Homosexuelle ausgesprochen. Diese und weitere Aussagen führten im vergangenen Jahr zu heftiger Kritik an Scrutons Berufung in eine staatliche Baukomission. Vgl. Rowan Moore: „Would you trust Roger Scruton to design your new home?“, in: The Guardian, 25.11.2018, www.theguardian.com/artanddesign/2018/nov/25/would-you-trust-roger-scruton-to-design-your-new-home-commission-building-better-building-beautiful (Stand: 9.1.2018)

12  Léon Krier: „Das Ende der Heuchelei“, in: Cato Nr. 5 (2018), S. 50–62

13  Philipp Krüpe: „Altstadt 2.0“, in: Baumeister, 21.9.2018, www.baumeister.de/40244-2 (Stand: 21.9.2018)

14  Anja Laud: „Auf den Kriegspfad für die Schönheit“, in: Frankfurter Rundschau, 11.9.2018

15  Adrian Schulz: „Rechtes Denken und Architektur – Alle an ihren Platz“, in: taz, 11.9.2018, www.taz.de/!5534282 (Stand: 21.9.2018)

16  Hanno Rauterberg: „Altstadt für alle!“, in: DIE ZEIT, 16.5.2018, www.zeit.de/2018/21/frankfurt-altstadt-rekonstruktion-rechtspopulismus-revisionismus (Stand: 21.9.2018)

17  Amber Sayah: „Das Wunder von Frankfurt“, in: Stuttgarter Zeitung, 21.9.2018

18  Maak 2018 (wie Anm. 2)

19  Gerhard Matzig: „Rechts und links in der Sackgasse“, in: Süddeutsche Zeitung, 11.5.2018, www.sueddeutsche.de/kultur/architektur-und-politik-in-der-sackgasse-1.3974061?reduced=true (Stand: 21.9.2018)

20  Matthias Alexander: „Wir waren schon weiter“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.5.2018, www.faz.net/aktuell/rhein-main/debatte-um-neue-frankfurter-altstadt-15587280.html (Stand: 21.9.2018)

21  Wolfgang Hübner: „Die Ideologisierung des Fußballs wird zum Bumerang“, in: pi-news / Politically Incorrect, 25.7.2018, www.pi-news.net/2018/07/die-ideologisierung-des-fussballs-wird-zum-bumerang (Stand: 21.9.2018)

22  Dankwart Guratzsch: „Ist Fachwerk faschistisch?“, in: Die Welt, 23.4.2018, www.welt.de/kultur/plus175716225/Frankfurter-Altstadt-Was-hinter-der-Nazi-Verschwoerung-steckt.html (Stand: 21.9.2018)

23  Roland Tichy: „Jagd auf Rechte – Jetzt sind die Fachwerkhäuser dran!“, in: Tichys Einblick, 12.4.2018, www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/jagd-auf-rechte-jetzt-sind-die-fachwerkhaeuser-dran (Stand: 11.4.2019)

24  Nikolaus Kuhnert, Anh-Linh Ngo: „Wider den modernefeindlichen Architekturpopulismus – Ein Offener Brief der ARCH+“, 2.5.2018, www.archplus.net/news/7,1-17179,1,0.html (Stand: 21.9.2018)

25  Ulf Poschardt: „Fachwerk ist antifaschistisch“, in: Die Welt, 4.5.2018, www.welt.de/debatte/kommentare/article176082570/Frankfurter-Altstadt-Fachwerk-ist-antifaschistisch.html (Stand: 21.9.2018)

26  So Dietmar Steiner auf seiner Facebook-Seite am 5. Mai 2018.

27  Philipp Oswalt: „Vorbild Frankfurt – Restaurative Schizophrenie“, in: Merkur, 27.8.2018, www.merkur-zeitschrift.de/2018/08/27/architekturkolumne-vorbild-frankfurt-restaurative-schizophrenie (Stand 21.9.2018). Freilich wirft Oswalt mir in diesem Artikel vor, in der ideologischen Verortung des DomRömer-Projekts „deutlich überzogen“ und damit „unzutreffend“ geurteilt zu haben. Doch diese Einschätzung ist ihrerseits unzutreffend, begründet Oswalt seine Kritik doch damit, in meinem FAS-Artikel sei Manufactum-Käufer*innen unterstellt worden, „sie seien dabei, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu verlassen“. Im inkrimierten Text findet sich jedoch nicht einmal ansatzweise eine solche Unterstellung.

28  Ebd.

29  Vgl. ebd.

30  Ebd.

31  Schulz 2018 (wie Anm. 16)

32  Wolfgang Voigt: „‚Hier muss Hass heilig werden‘ – Warum der NS-Staat die zerstörte Frankfurter Altstadt unbedingt als Ruinenpark bewahren wollte“, in: DIE ZEIT, 22.8.2018, www.zeit.de/2018/35/frankfurt-am-main-1945-altstadt-nationalsozialisten-ruinen (Stand: 21.9.2018)

33  Vgl. Klaus von Beyme: Der Wiederaufbau – Architektur und Städtebaupolitik in beiden deutschen Staaten, München 1987

34  Siehe den Beitrag von Winfried Nerdinger in diesem Heft, erstmals erschienen als: „Prendere partito per i vecchi architetti nazisti – Bonatz, Poelzig, Schmitthenner“, in: Casabella 808, Dezember 2011, S. 92–96

35  Ebd.

36  Wolfgang Hübner: „Nazis gegen Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt – Ruinen sollten Gedenkorte des Hasses werden“, in: pi-news / Politically Incorrect, 27.8.2018, www.pi-news.net/2018/08/frankfurter-altstadt-ruinen-sollten-geden­korte-des-hasses-werden (Stand: 21.9.2018)

37  Arno Brandlhuber, zit. nach „‚Architektur muss ideologischer werden.‘ Arno Brandlhuber im Gespräch“, in: Stephan Trüby, Verena Hartbaum (Hg.): Germania, Venezia. Die deutschen Beiträge zur Architekturbiennale Venedig seit 1991 – Eine Oral History, Paderborn 2016, S. 166–72, hier S. 170 f.

38  Ebd.

39  Peter V. Zima: „Ideologie und Theorie – Zum Verhältnis von ideologischen und theoretischen Diskursen“, in: Kurt Salamun (Hg.): Ideologien und Ideologiekritik – Ideologietheoretische Reflexionen, Darmstadt 1992, S. 60

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