ARCH+ 235


Erschienen in ARCH+ 235,
Seite(n) 190-195

ARCH+ 235

Völkische Landnahme

Von Röpke, Andrea /  Speit, Andreas

„Wir sind nicht mit Springerstiefeln in den Plenarsaal gekommen, sondern kamen als ganz normale Fraktion“, sagte die Landtagsfraktionsvorsitzende Dana Guth im Verlauf eines ganz speziellen Geburtstagsfestes. Im Oktober 2018 feierte die Alternative für Deutschland (AfD) im Portikussaal des Parlaments­gebäudes in Hannover mit 300 geladenen Gästen das einjährige Bestehen ihrer Fraktion. Guth erwähnte nicht, dass Rechts­extremisten, die in ihre Partei kommen, heute eher Tracht mit festem Schuhwerk statt Springerstiefel tragen.

Die aufstrebende Partei ist nach außen hin ein moderner „gäriger Haufen“, wie Bundessprecher Alexander Gauland gern sagt, bunt zusammengewürfelt. 2013 gegründet, verfügte die AfD zunächst über 5.000 Mitglieder, sieben Wochen später waren es bereits 10.000, 2018 dann stieg die Zahl auf mehr als 30.000. Sechs Millionen Wähler votierten bei der Bundestagswahl für die junge Rechts-Partei, deren Politik von einer Hauptaussage getragen wird: Deutsche zuerst. Allerdings ist nicht jeder Deutsche gemeint, sondern nur die, die deutscher „Abstammung“ sind. Der einflussreiche völkische „Flügel“ der Partei möchte den „Nationalcharakter“ hervorheben, damit die „deutsche Seele zum Ausdruck“ komme. Der „deutschen Seele“ entspricht auch ein klares Rollenmodel für Frauen: wieder zurück zu Heim und Herd. Die Alternative für Deutschland ist mit ihrer reaktionären Politik en vogue.

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