ARCH+ 236


Erschienen in ARCH+ 236,
Seite(n) 14-23

ARCH+ 236

Datenkörper in Coderäumen

Von Mattern, Shannon

Ende 2016 gab die Entscheidungswissenschaftlerin Hannah Bayer auf einer ­Konferenz in Palm Springs, Kalifornien, eine beherzte Erklärung ab: „Wir werden alles, was wir über einen Zeitraum von 20 oder mehr Jahren bei etwa 10.000 Menschen überhaupt messen können, messen. Wir werden ihre Genome sequenzieren, wir werden aufzeichnen, wohin sie gehen, was sie essen und was sie kaufen, mit wem sie in Kontakt stehen und wie oft sie Sport treiben.“1

Wir, damit ist das HUMAN Project gemeint, das in Zusammen­arbeit zweier Forschungsinstitute an der New York University – dem Institute for the Study of Decision Making (ISDM; weltweit führend in der Neuroökonomie) und dem Center for Urban Science and Progress (CUSP; führend in urbaner Informatik) – mithilfe einer Anschubfinanzierung der Kavli Foundation ins Leben gerufen wurde. HUMAN, ein Akronym für Human Understanding through Measurement and Analytics, verfolgt das Ziel, den Menschen durch Messungen und Analytik zu verstehen. Da das HUMAN Project als wissenschaftliche Studie einen repräsentativen Teilnehmerkreis erfordert, wurden anhand von Datensätzen 100 Mikro-Quartiere identifiziert, die die Vielfalt von New York widerspiegeln. Im nächsten Schritt werden zufällig ausgewählte Haushalte in diesen Gebieten zur Teilnahme an der Studie eingeladen, „und zwar nicht nur als Freiwillige, sondern als Vertreter­*innen ihrer Gemeinschaften“.2

Nehmen wir also einmal an, Ihre Familie gehört zu den Freiwilligen. Zuerst würden Sie wahrscheinlich Blut-, Speichel- und Stuhlproben abgeben, damit die Forscher*innen Ihr Genom und Mikrobiom sequenzieren können.

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