ARCH+ 236


Erschienen in ARCH+ 236,
Seite(n) 160-167

ARCH+ 236

Bauen ohne Diskriminierung: Eine Architektursprache des Post-Binären

Von Rozenberg, Hannah

„Technology is not neutral. We’re inside of what we make, and it’s inside of us. We’re living in a world of connections – and it matters which ones get made and unmade.”  – Donna Haraway

Angesichts der Allgegenwart digitaler Information sowie den immer weitreichenderen Formen der technischen Informationsverarbeitung und künstlichen Intelligenz, ist es – in Anlehnung an Donna Haraways bereits 1996 geäußerte These – dringend geboten, die Muster und Verbindungen zu hinterfragen, auf denen die neuen Technologien, Auto­matisierungstechniken und Algorithmen des maschinellen Lernens aufbauen. Denn welche Daten gesammelt, wie sie verknüpft und auf welche Weise daraus Erkenntnisse gewonnen werden, ist kein neutrales Vorgehen und basiert oftmals auf vorurteilsbehafteten Annahmen von Menschen; historisch gewachsene Diskriminierungen werden so in die Programmcodes eingeschrieben und wirken in ihnen fort.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Studienprojekt Building Without Bias – An Architectural Language for the Post-Binary, welche Auswirkungen bestimmte technologisch vermittelte Vorurteile mittels sogenannter diskriminierender Algorithmen (algorithmic bias) auf die Raumbildung haben und ob Architektur selbst als Werkzeug genutzt werden kann, um diese Vorurteile aufzudecken und kritisch zu wenden.

Ausgangspunkt der Forschungsarbeit bildet die Identifizierung geschlechts­spezifischer Stereotypen und Voran­nahmen, die in intelligenter Software, die auf maschinellem Lernen basiert, reproduziert und verstärkt werden und damit unmittelbaren Einfluss auf unseren Alltag ausüben.

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