ARCH+ 239


Erschienen in ARCH+ 239,
Seite(n) 176-183

ARCH+ 239

Das Land teilen: Venedig, Suez und das infrastrukturelle Denken im frühen 16. Jahrhundert

Von Centis, Ludovico

Il corpo della Terra – Stadtkörper und Infrastruktur Der Mythos von Venedig als Stadt der Künstlichkeit und des Todes wurde von Schriftsteller*innen und Denker*innen wie William Wordsworth, Lord Byron, Hugo von Hofmannsthal oder Thomas Mann erschaffen. Dieses literarische Motiv legte sich über eine Stadt, die kulturell, politisch und wirtschaftlich im 19. Jahrhundert den Tiefpunkt ihrer geschichtlichen Entwicklung erreicht zu haben schien. Selbst Georg Simmel, ein brillanter Denker, der mit Werken wie Die Großstädte und das Geistesleben (1903) zu einem vertieften Verständnis des großstädtischen Lebens im frühen 20. Jahrhundert beitrug, konnte sich diesem Klischee nicht entziehen. In einem kurzen, 1907 erschienenen Text setzt sich Simmel kritisch mit der Form Venedigs auseinander und zieht den folgenden Schluss:

„Denn dies ist das Tragische an Venedig, wodurch es zum Symbol einer ganz einzigen Ordnung unserer Formen der Weltauffassung wird: daß die Oberfläche, die ihr Grund verlassen hat, der Schein, in dem kein Sein mehr lebt, sich dennoch als ein Vollständiges und Substantielles gibt, als der Inhalt eines wirklich zu erlebenden Lebens.“

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