ARCH+ 173

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Erschienen in ARCH+ 173,
Seite(n) 30-31

ARCH+ 173

ich bin drin

Von Engel, Michael /  Ille, Peter /  Oettel, Uta /  Trappe, Ulrich /  Ziegenbein, Brigitta

“Derzeit ist Flucht ein teures und risikobehaftetes Geschäft, bei dem Sie Ihre Gesundheit, Ihren finanziellen Ruin und Ihre Freiheit im Zuwanderungsland riskieren. (...) i.b.d. ist ein Verein, der sich für ein multiethnisches und kolonisiertes Deutschland einsetzt. Wir lassen auch Ihre Flucht ohne hohe Aufwandsentschädigung zu einem entspannten Ereignis werden.” Ausschnitt aus einer Werbebroschüre des Vereins i.b.d. 50.000.000 sind nicht genug In seinen Broschüren wirbt der Verein i.b.d. für ein radikal geändertes Bild von Deutschland. Dieses wird von ethnischen Archipelen bestimmt sein, wie es bereits heute in Kreuzberg, Köln (Türkischstämmige) und Düsseldorf (Japanischstämmige) selbstverständlich ist. Für dieses Bild sprechen die zahllosen Synergieeffekte und die Stabilisierung sozialer und räumlicher Strukturen durch ethnische Netzwerke. Neben neuen Archipelen weist der Verein am Beispiel der sorbischen und dänischen Minderheiten darauf hin, daß ein Zusammenleben ohne den Verlust der kulturellen Eigenheiten sinnvoll und möglich ist und in den entsprechenden Regionen eine identitätsstiftende Rolle übernehmen kann. Damit eröffnet i.b.d. einen ganz neuen Blickwinkel auf das föderale Prinzip. Im Jahr 2050 würde dem Ansinnen des Vereins nach ein kolonisiertes Deutschland aus ethnischen Archipelen entstanden sein. Insbesondere in den Stadtregionen bilden sich dann ethnische und soziale Strukturen aus den Heimatländern der Zuwanderer ab und verstärken den Effekt der räumlichen Konzentration verschiedener Zuwanderungsgruppen.

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